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In einer neuen Studie haben wir untersucht, wie Kinder mit sozialer Angststörung ihre eigene soziale Leistung in stressigen Situationen einschätzen. Dabei ging es um die Frage, ob sie ihre Leistung negativer bewerten als andere Kinder und ob sich diese Einschätzung durch wiederholte Erfahrung und kurze Unterstützungsstrategien verändern lässt.
An der Studie nahmen Kinder mit sozialer Angststörung und gesunde Vergleichskinder teil. Die Kinder hielten in zwei Sitzungen eine kurze Rede vor einem Publikum aus gleichaltrigen Kindern (Videoaufnahmen). Nach jeder Rede bewerteten sie ihre eigene Leistung. Zusätzlich schätzten unabhängige Beobachterinnen anhand der Videoaufnahmen ein, wie gut die Kinder tatsächlich auftraten.
Die wichtigsten Ergebnisse:
- Kinder mit sozialer Angststörung bewerteten ihre eigene Leistung deutlich negativer als gesunde Kinder.
- Diese negative Selbsteinschätzung blieb auch nach einer zweiten Rede bestehen, obwohl sich die Bewertungen insgesamt etwas verbesserten.
- Die Einschätzungen der Beobachterinnen unterschieden sich hingegen nicht zwischen den Gruppen.
- Kurze Unterstützungsstrategien (elterliche Unterstützung oder Selbstinstruktion) zeigten keine unterschiedlichen Effekte.
Die Ergebnisse zeigen, dass eine negative Selbstbewertung ein zentrales Merkmal sozialer Angststörung im Kindesalter ist. Gleichzeitig kann sich die eigene Einschätzung durch wiederholte Erfahrungen mit sozialen Situationen zumindest teilweise verbessern.
Die Studie erschien im Journal Research on Child and Adolescent Psychopathology und kann hierExterner Link nachgelesen werden (Englisch, frei verfügbar).