Psychotherapie im höheren Lebensalter
Ergebnisse aus dem KODAP-Forschungsverbund
Psychotherapie im höheren Lebensalter
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Die Abteilung Klinisch-psychologische Intervention ist Teil des KODAP-Forschungsverbunds („Koordination der Datenerhebung und -auswertung an Forschungs-, Lehr- und Ausbildungsambulanzen für Psychotherapie“). KODAP bündelt Routinedaten aus universitären Psychotherapieambulanzen in Deutschland, um Fragen der psychotherapeutischen Versorgung und Wirksamkeit auf Basis großer Datensätze zu untersuchen. Im Rahmen von zwei Publikationen hat sich unsere Arbeitsgruppe im Rahmen des KODAP-Verbunds mit der psychotherapeutischen Versorgung älterer Menschen befasst.
Zum einen haben wir die Repräsentation älterer Menschen in der Behandlungsstichprobe der KODAP-Ambulanzen untersucht. Unsere Analysen zeigen, dass ältere Erwachsene in der ambulanten Psychotherapie deutlich unterrepräsentiert sind. So fanden sich unter den behandelten Patient*innen in den KODAP-Ambulanzen nur 25% so viele Menschen im Alter von 65-74 Jahren, als es auf Basis des Bevölkerungsanteils und der altersspezifischen Prävalenz von psychischen Störung zu erwarten wäre. Dieser Anteil lag bei Menschen über 74 Jahren sogar nur bei etwa 13%. Der dazugehörige Artikel ist in BMC Health Services Research publiziert.
Zum anderen haben wir Symptomveränderungen während der Therapie zwischen älteren und jüngeren Patient*innen verglichen. Die Ergebnisse legen nahe, dass ältere Patient*innen ähnlich stark wie jüngere Erwachsene von der Psychotherapie profitieren. Der dazugehörige Artikel ist im Journal of Affective Disorders publiziert.
Diese Ergebnisse tragen dazu bei, Versorgungsbarrieren im höheren Lebensalter besser zu verstehen und die psychotherapeutische Versorgung älterer Menschen weiterzuentwickeln. Zudem verdeutlichen sie das Potenzial des KODAP-Forschungsverbunds: Durch die Zusammenführung von Routinedaten aus zahlreichen Psychotherapieambulanzen können Fragestellungen untersucht werden, die mit einzelnen Standorten oder kleineren Stichproben kaum zu beantworten wären. KODAP schafft damit eine wichtige Grundlage für die evidenzbasierte Weiterentwicklung der psychotherapeutischen Versorgung in Deutschland.
Literatur
Wrede, N., Itz, M. L., Risch, A. K., Christiansen, H., In-Albon, T., Hoyer, J., Lincoln, T. M., Lutz, W., Margraf, J., Rubel, J., Stark, R., Velten, J., Werheid, K., Willutzki, U., Alpers, G. W., Bartholdy, S., Berger, E.-M., Brakemeier, E.-L., Equit, M., … Wilz, G. (2025). Quantifying age-related disparities in outpatient psychotherapy utilization: a representation quotient analysis of routine data from 29 university clinics in Germany. BMC Health Services Research. 25(1), 1558. https://doi.org/10.1186/s12913-025-13714-5Externer Link
Wrede, N., Hillebrand, M. C., Risch, A. K., Alpers, G. W., Bartholdy, S., Brakemeier, E.-L., Bräscher, A.-K., Brockmeyer, T., Christiansen, H., Equit, M., Fehm, L., Forkmann, T., Glombiewski, J., Heider, J., Helbig-Lang, S., Hermann, A., Hermann, C., Hoyer, J., In-Albon, T., ... & Wilz, G. (2025). How do young-old and old-old adults benefit from cognitive-behavioral therapy compared to working-age adults? A large multicenter naturalistic study. Journal of Affective Disorders, 375, 456–464. https://doi.org/10.1016/j.jad.2025.01.145Externer Link