Ehrenamtliche Musikbegleiter/innen in Weimar gesucht
Ab 2027 können neue Ehrenamtliche starten!
Ein Forschungsschwerpunkt der Abteilung Klinisch-psychologische Intervention
Glückliches Musikhören.
Foto: René Schwerdtel (Kummerfeldt-Stiftung & Diakoniestiftung Thüringen)
Der Dokumentarfilm „Alive Inside“ (Rossato-Bennett et al., 2014, nach der Idee von Dan Cohen) zeigt eindrücklich und berührend, wie persönlich bedeutsame Musik Menschen mit Demenz gewissermaßen „zum Leben erwecken“ kann. So entstand bereits 2016 die Idee zum Forschungsschwerpunkt „Lieblingsmusik für Menschen mit Demenz“ an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Durch die bisher abgeschlossenen Projekte entstand eine Musikintervention, die erfolgreich evaluiert und durch ein Schulungskonzept für Pflegeeinrichtungen ergänzt wurde. Zudem wurde sie für den Einsatz in der häuslichen Pflege adaptiert. Aktuell liegt der Schwerpunkt auf der breiten Implementierung und nachhaltigen Verankerung in deutschen Pflegeeinrichtungen.
Sie können sich vorstellen, das Konzept langfristig in Ihre Pflegeeinrichtung zu übernehmen und Teil unseres aktuellen Projektes zu werden?
Dann können Sie hier können Sie Ihr Interesse bekunden.Externer Link
Sie können sich vorstellen, ehrenamtlich als Musikbegleiter/in für Menschen mit Demenz im Projekt zu unterstützen?
Dann schreiben Sie uns gerne eine Mail an: musikprojekt@uni-jena.de
Unter dem Hören „individualisierter Musik“ verstehen wir das regelmäßige Abspielen der persönlichen Lieblingsmusik einer Person über Kopfhörer, die in Form einer Playlist individuell zusammengestellt wird. Grundlage dafür sind die musikalischen Präferenzen und biografischen Erfahrungen der jeweiligen Person.
Musikbiografie
Foto: Madeleine HelbigFür Menschen mit Demenz verändert sich das Leben im Verlauf ihrer Erkrankung grundlegend. Die Unterstützung durch betreuende Personen nimmt eine große Rolle im Alltag ein. Mit dem schleichenden Verlust von Fähigkeiten zurecht zu kommen, ist eine große Herausforderung und kann dazu führen, dass sich Betroffene verstärkt zurückziehen, depressive Symptome entwickeln oder sich ängstlich und unruhig fühlen.
Trotz aller Einschränkungen bleibt die Fähigkeit erhalten, zu genießen, sich zu erfreuen und wohlzufühlen. Es gilt Aktivitäten zu finden, die die Lebensqualität von Menschen mit Demenz aufrechterhalten und verbessern. Hierbei ist Musik von großer Bedeutung - als nicht-medikamentöse Intervention ohne Nebenwirkungen. Durch sie können Genussmomente geschaffen, wohltuende Beschäftigungen gefunden oder ein Zugang zur eigenen Identität zu erhalten werden.
Erinnern Sie sich an die Lieder ihrer Jugend?
Welche Musik hat Sie im Laufe des Lebens begleitet?
Musik ist ein wichtiger Bestandteil unserer Biografie und wird im Gehirn an Orten des Langzeitgedächtnisses gespeichert, die von einer Demenz weniger stark betroffen sind. Durch bestimmte Melodien können plötzlich lange zurückliegende Ereignisse, Liedtexte, Gesichter und Geschichten hervorgerufen werden. Genau diese Erinnerungsfähigkeit beim Hören von Musik ist auch bei Menschen mit Demenz noch lange erhalten.
Mit dieser Musikintervention suchen wir genau jene Musik, die im Leben der Person vor der Erkrankung bedeutsam war und mit positiven Erfahrungen und Gefühlen verbunden ist. In Fragebögen oder Interviews erheben wir die Musikbiografie und erstellen mehrere individuelle Musiklisten. Dabei fragen wir beispielsweise nach Lieblingsliedern und Lieblingskünstler*innen, aber auch, welche Musik auf besonderen Ereignissen wie beispielsweise Familienfeiern gehört wurde.
Diese Playlist des Lebens kann eine besondere Wirkung auf Menschen mit Demenz haben. Durch die individualisierte Musikintervention konnten wir bereits eine verbesserte Lebensqualität, verringertes herausforderndes Verhalten sowie eine verstärkte soziale Teilhabe der Menschen mit Demenz beobachten.
Humboldtstraße 11
07743 Jena