Abgeschlossene Forschungsprojekte

Forschungsprojekte zu Geschlechterverhältnissen, Care und Soziale Reproduktion

  • Prof. Dr. Kathrin Leuze: Forschungsbegleitendes Methodenprojekt zum „Thüringen Monitor 2024“

    Der Thüringen Monitor untersucht einmal jährlich die aktuellen politischen Einstellungen der Thüringer:innen, insbesondere in den Bereichen Rechtsextremismus, gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Demokratieunterstützung und politische Involviertheit. Vor dem Hintergrund sich wandelnder Kommunikationsgewohnheiten – weg vom Festnetz und hin zur Handy- und Internetznutzung – ist eine Anpassung des Umfragedesigns, das bisher auf einer telefonischen Repräsentativbefragung via Festnetz basiert, wichtig geworden. Daher begleitet ein Methodenprojekt den diesjährigen Thüringen-Monitor durch eine Weiterentwicklung des Umfragedesigns. Das Projekt erprobt methodisch neue Zugangswege und Befragungsformate, um Thüringer:innen im Alter von 18 bis 44 Jahren künftig besser zur erreichen und somit die Repräsentativität des Thüringen-Monitors langfristig sicherzustellen. Zugleich werden die bestehenden Zeitreihen des Thüringen-Monitors 2000-2023 durch das Projekt fortgeschrieben.  

    Förderung: Thüringer Staatskanzlei                                                                                                                       Projektleitung: Prof. Dr. Kathrin Leuze
    Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Anne Jasmin Bobka                                                                                        Projektlaufzeit: Juli 2024 – Dezember 2024 
    Kooperationspartnerinnen: Institut für Politikwissenschaften (Prof. Dr. Marion Reiser) 

  • Ralf Minor: Leaky Tech Revisited? Conceptualizing, Explaining, and Revising the Concept of Disproportionate Loss of Women in STEM Occupations for the German Case (Dissertationsprojekt)

    In diesem Dissertationsprojekt werden Befunde zu den Berufsverläufen junger Frauen in STEM-Berufen sowie deren Konzeptualisierung im Rahmen der sogenannten „Leaky Tech Pipeline“ für Jugendliche zwischen Sekundarstufe und Studieneintritt zusammengeführt. Dazu werden drei Arbeitspapiere des Projekts „Persönlichkeit oder soziales Umfeld? Welche Einflussfaktoren bedingen den Verbleib junger Frauen in der "Leaky Tech Pipeline"? integriert und deren konzeptuelle Umsetzung metatheoretisch diskutiert. In einem ersten Papier (Stefani et al. 2024) wird die methodische Konzeption des „Leaky Tech“-Ansatzes diskutiert und die Konsequenzen etablierter Designvarianten am deutschen Fall veranschaulicht. Das zweite Papier (Minor et al. 2023) widmet sich Einflussfaktoren auf STEM-Aspirationen mit einem Fokus auf Persönlichkeitseigenschaften, um insbesondere die Entwicklung atypischer Aspirationen junger Frauen besser zu verstehen. Das dritte Papier konzentriert sich auf die Erklärung von Lebensverläufen zwischen der Entwicklung von beruflichen Aspirationen auf akademischen Pfaden der Sekundarstufe und dem Übergang in die Hochschule.

    Verbundpartner: Prof. Dr. Matthias-Wolfgang Stoetzer, Ernst-Abbe-Hochschule Jena

    Laufzeit: April 2020 – Dezember 2025

    Publikationen:

    Minor, R., Leuze, K., Winkler, E. (2023): Is there a “STEM Personality” in Germany? Linking Personality Traits with STEM Occupational Aspirations in German Secondary Education. International Journal of Gender Science and Technology, 15/3, Special Issue “Gendered Pathways: Identifying Barriers and Building Bridges to STEM Education and Careers”, 264-294, https://genderandset.open.ac.uk/index.php/genderandset/article/view/1454Externer Link

    Stefani, A., Minor, R., Leuze, K., & Strauß, S. (2024). Empirical challenges in assessing the “leaky STEM pipeline”: how the research design affects the measurement of women’s underrepresentation in STEM. International Journal of STEM Education, 11(54), 1–19, https://doi.org/10.1186/s40594-024-00512-4Externer Link

  • Prof. Dr. Kathrin Leuze: Persönlichkeit oder soziales Umfeld? Welche Einflussfaktoren bedingen ein Verbleiben von jungen Frauen in der „leaky tech pipeline“? (gefördert durch die DFG)

    Das Projekt fokussiert die Erforschung von drei entscheidenden Bildungsübergängen im akademischen und beruflichen Werdegang junger Frauen: 1. die Ausbildung von Aspirationen für einen mathematisch-/naturwissenschaftlichen und/oder ingenieur-/technikwissenschaftlichen Beruf in der Sekundarschule sowie den Übergang in ein entsprechendes Studienfach, 2. die Entscheidung in den ersten Semestern für (oder gegen) einen Studienfachwechsel und den erfolgreichen Abschluss in den o.g. Bereichen sowie 3. den Übergang vom erfolgreichen Studium in einen MINT-Beruf. Die systematische Unterscheidung der Fächergruppen dient der Erklärung von Unterschieden innerhalb des MINT-Bereiches. Zudem werden lediglich Frauen untersucht, um deren Verbleib in der „leaky tech pipeline“ besser nachvollziehen zu können und Variationen innerhalb der Geschlechterkategorie auszumachen. Dazu betrachten wir insbesondere das Zusammenspiel von Persönlichkeit und sozialen Einflussfaktoren. 

    Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft
    Projektlaufzeit:
    April 2020 – September 2024
    P
    rojektmitarbeiter: Ralf Minor                                                                                                                                      Kooperationspartnerinnen: Prof Dr. Susanne Strauß, Antje Stefani, Universität Konstanz

    Publikationen:

    Stefani, A., Minor, R., Leuze, K., & Strauß, S. (2024). Empirical challenges in assessing the “leaky STEM pipeline”: how the research design affects the measurement of women’s underrepresentation in STEM. International Journal of STEM Education, 11(54), 1–19.

    Minor, R., Leuze, K., Winkler, E. (2023): Is there a “STEM Personality” in Germany? Linking Personality Traits with STEM Occupational Aspirations in German Secondary Education. International Journal of Gender Science and Technology, 15/3, Special Issue “Gendered Pathways: Identifying Barriers and Building Bridges to STEM Education and Careers”, 264-294, https://genderandset.open.ac.uk/index.php/genderandset/article/view/1454Externer Link

    Stefani, A. (2024). Parental and peer influence on STEM career persistence: From higher education to first job. Advances in Life Course Research, 62, 100642.

  • Dr. Simon Bohn: Faktoren der Berufswahl männlicher Pfleger – Ein systematischer Review (Impacts on occupational choices of male nurses – a systematic review) (gefördert durch die Förderlinie Impulse der Universität Jena)

    In dem Forschungsprojekt Faktoren der Berufswahl männlicher Pfleger – Ein systematischer Review (Impacts on occupational choices of male nurses – a systematic review) entwickeln wir eine Synthese des internationalen Forschungsstands zur Berufsorientierung männlicher Pfleger. Die Untersuchung zielt darauf ab, Unterstützungsfaktoren aber auch Herausforderungen der Berufswahl von Pflegern zu bestimmen. Dabei rücken sowohl intrinsische als auch extrinsische Motive atypischer Berufswahlen bei Männern in den Fokus. Für den Forschungsüberblick werden qualitative und quantitative empirische Studien aus dem Zeitraum von 1995 bis 2020 analysiert. Durch den internationalen Vergleich von Berufsorientierungen männlicher Pfleger werden Potentiale für die Fachkräftegewinnung – nicht zuletzt mit Blick auf die Arbeitsmarktintegration von jungen Männern mit Migrationshintergrund – aufgezeigt. An dem systematischen Review arbeitet seit April 2020 ein Team unter der Leitung von Simon Bohn am Lehrstuhl für Empirische Methoden und Sozialstrukturanalyse, wobei es u.a. auf Fördermittel des Nachwuchsförderprogramms IMPULSE 2019 der Friedrich-Schiller-Universität Jena zurückgreift.

    Förderung:  IMPULSE 2019 der Friedrich-Schiller-Universität Jena
    Projektlaufzeit:
    2020 – 2021

    Publikationen: 

    Bohn, S. (2020), Altenpflege: Männersache?! - Die Konstruktion beruflicher Passungsverhältnisse in der Anwerbung männlicher Pfleger. In: Martin Dinges (Hrsg.), Männlichkeiten und Care. Selbstsorge, Familiensorge, Gesellschaftssorge. Weinheim: Beltz Juventa, S. 279-296.

  • Dr. Simon Bohn: Caring Masculinities – Determinanten männlichen Sorgeengagements und Praktiken der Transformation männlicher Selbst- und Weltverhältnisse (gefördert durch die Förderlinie Impulse der Universität Jena)

    Inhalt

  • Prof. Dr. Kathrin Leuze: Berufliche Geschlechtersegregation und ihre Bedeutung für die (Re-)Produktion von Geschlechterungleichheiten im deutschen Arbeitsmarkt (gefördert durch die DFG)

    In Deutschland ist das Berufsprinzip zentral für die Verbindung zwischen (Aus-)Bildungssystem und Arbeitsmarkt und daher besonders relevant für die Genese von Ungleichheiten über den Lebensverlauf. Das Projekt untersucht daher die Bedeutung des Berufsprinzips für die (Re-)Produktion von Geschlechterungleichheiten im deutschen Arbeitsmarkt. In der ersten Projektphase haben wir zunächst die Entwicklung beruflicher Geschlechtersegregation zwischen 1976 und 2010 für Deutschland dargestellt und analysiert, wie der Frauenanteil in Berufen kausal mit anderen Berufsmerkmalen, z.B. dem beruflichen Lohnniveau oder dem Teilzeitanteil zusammenhängt. Die Ergebnisse dieser Analysen werden dazu genutzt, den Einfluss dieser beruflichen Merkmale auf nicht-monetäre Aspekte der Arbeitsmarktungleichheiten zwischen Frauen und Männern zu untersuchen. In der zweiten Projektphase untersuchen wir, welche Bedeutung die geschlechtliche Differenzierung der Berufsstruktur in Deutschland für die Entwicklung des Gender Wage Gap seit Mitte der 1970er Jahre hat. Theoretisch untersuchen wir dafür drei unterschiedliche Mechanismen: 1) die Entwertung von frauentypischen Tätigkeitsinhalten sowie 2) die sinkende Nachfrage von spezifischem Humankapital in „Frauenberufen“ aufgrund des technologischen Wandels. Basis der Lohnanalysen ist ein innovativer Datensatz zu individuellen Löhnen im Lebensverlauf: die NEPS Startkohorte 6, die mit Registerdaten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) verlinkt ist und dadurch zusätzlich sehr valide Lohn- und Firmeninformationen für die Befragten enthält.

    Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft
    Projektlaufzeit: April 2015 – November 2018 (2. Förderphase)
    Kooperationspartnerinnen: Prof. Dr. Corinna Kleinert, Dr. Ann-Christin Bächmann, Leibniz-Institut für Bildungsverläufe e.V., Dörthe Gatermann, Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V., Dr. Anna Erika Hägglund, Inequalities, Interventions and a New Welfare State INVEST

    Publikationen:

    Bächmann, A.-C., Gatermann, D., Kleinert, C., Leuze, K. (online first): Why do some occupations offer more part-time work than others do? Reciprocal dynamics of occupational sex segregation and occupational part-time work in West Germany 1976-2010. Social Science Research. https://doi.org/10.1016/j.ssresearch.2021.102685Externer Link

    Althaber, A., Leuze, K. (2020): Der Einfluss der beruflichen Geschlechtersegregation und beruflicher Arbeitszeitarrangements auf Teilzeitarbeit. Gleiche Übergangsbedingungen für Frauen und Männer? Sonderband “Berufe und soziale Ungleichheit” der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, herausgegeben von Christian Ebner, Andreas Haupt und Britta Matthes, online first. https://doi.org/10.1007/s11577-020-00666-3.

    Bächmann, A.-C., Gatermann, D. (2017): The duration of family-related employment interruptions – the role of occupational characteristics. Journal for Labour Market Research 50, 143–160.

    Hägglund, A.-E., Bächmann, A.-C. (2017): Fast Lane or Down the Drain? Does the Occupation Held Prior to Unemployment shape the Transition Back to Work? Research in Social Stratification and Mobility 49, 32-46.

    Hausmann, A.-C., Kleinert, C., Leuze, K. (2015): Entwertung von Frauenberufen oder Entwertung von Frauen im Beruf? Eine Längsschnittanalyse zum Zusammenhang von beruflicher Geschlechtersegregation und Lohnentwicklung in Westdeutschland. Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 67, 217–242.

    Hausmann, A.-C., Zucco, A., Kleinert, C. (2015): Berufspanel für Westdeutschland 1976-2010 (OccPan). Dokumentation zur Erstellung und Anonymisierung. FDZ-Methodenreport, 09/2015, Nürnberg.

    Hausmann, A.-C., Kleinert, C. (2014): Berufliche Segregation auf dem Arbeitsmarkt: Männer- und Frauendomänen kaum verändert. IAB-Kurzbericht 09/2014, Nürnberg.

  • Katja Pomianowicz: Institutionelle Erklärungen für migrationsbedingte Bildungsungleichheiten in westlichen Gesellschaften (Dissertationsprojekt)

    Im Rahmen der Promotion wird ergründet, inwiefern es im Laufe der Bildungswege von Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu Unterschieden im Vergleich zu einheimischen Jugendlichen kommt und wie diese durch institutionelle Gegebenheiten des Bildungssystems beeinflusst werden. Das übergeordnete Ziel der Promotion liegt somit in der Ergründung der Ursachen der migrationsbedingten Bildungsungleichheiten, die über die individuellen und familiären Bedingungen hinausgehen und die spezifischen nationalen und schulischen Wirkungskontexte als zusätzliche Erklärungen thematisieren und ergründen. Die kumulative Promotion wird in drei Artikeln ergründen, wie sich die migrationsbedingten Bildungsunterschiede über den Lebensverlauf entwickeln. Der Schwerpunkt der jeweiligen Dissertationspapiere liegt in der ländervergleichenden Forschung, um die kontextuellen Faktoren auf der Institutionenebene und deren Einfluss zu untersuchen. Insbesondere wird hierbei der der institutionellen Stratifizierungsrades des Bildungssystems fokussiert, da die bisherige Forschung von einem erheblichen ungleichheitsfördernden Einfluss auf Bildungsungleichheiten ausgeht. Im Fokus der Promotion stehen Ungleichheiten in den schulischen Leistungen, in den Bildungsaspirationen sowie in den tertiären Bildungswegen zwischen Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund.

    Projektlaufzeit: Oktober 2015 - März 2020

  • Prof. Dr. Kathrin Leuze: Individuelle und institutionelle Bedingungen auf geschlechts(un-)typische Berufsaspirationen im Jugendalter

    Aus der Literatur ist es hinlänglich bekannt, dass Frauen und Männer in anderen Berufen arbeiten und dass diese geschlechtstypische „Berufswahl“ mit ungleichen Arbeitsmarkterträgen einhergeht. Allerdings ist bislang immer noch wenig darüber bekannt, warum sich junge Frauen und Männer für unterschiedliche Berufe interessieren und warum sich die geschlechtstypischen Berufsaspirationen zwischen industrialisierten Ländern unterscheiden. Daher untersucht das Projekt in einem ersten Schritt mögliche Einflussfaktoren für die Entwicklung von geschlechts(un-)typischen Berufsaspirationen in Deutschland und fokussiert auf die Bedeutung von Kompetenzen und Noten, das Elternhaus sowie das schulische Umfeld. In einem zweiten Schritt werden diese Analysen auf 30 Länder der EU und der OECD ausgeweitet. Untersucht wird zum einen, inwiefern kulturelle und institutionelle Länderunterschiede die geschlechtsstereotypen Berufserwartungen beeinflussen, und zum anderen, ob sich dadurch auch Länderunterschiede in den Präferenzen für MINT Berufe (Mathematik, Ingenieurswissenschaften, Naturwissenschaften, Technik) erklären lassen.

    Kooperationspartner:innen:
    Dr. Melinda Erdmann, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB),
    Prof. Dr. Marcel Helbig, Leibniz Institut für Bildungsverläufe),
    Dr. Anna Erika Hägglund, INVEST University of Turku, Finnland

    Publikationen:

    Erdmann, M., Marques Hill, A., Helbig, M., Leuze, K. (2023): Do Women’s Empowerment and Self-Expression Values Change Adolescents’ Gendered Occupational Expectations? Longitudinal evidence against the gender-equality paradox from 26 European Countries. Frontiers in Sociology 8/2023, https://doi.org/10.3389/fsoc.2023.1175651Externer Link

    Hägglund, A. E., Leuze, K. (2021): Gender differences in STEM expectations across countries: How perceived labor market structures shape adolescents’ preferences. Journal of Youth Studies, 24, 634-654.https://doi.org/10.1080/13676261.2020.1755029Externer Link

    Leuze, K., Helbig, M. (2015): Why do girls' and boys’ gender-(a)typical occupational aspirations differ across countries? How cultural norms and institutional constraints shape young adolescents’ occupational preferences. WZB Discussion Paper Nr. P 2015-002, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, http://bibliothek.wzb.eu/pdf/2015/p15-002.pdfExterner Link

    Helbig, M., Leuze, K. (2012): „Ich will Feuerwehrmann werden!“ Zur Bedeutung von Kompetenzen, Noten und elterlichen Vorbildern für die Ausprägung geschlechts-(un-)typischer Berufsaspirationen. Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 64, 91–122. https://doi.org/10.1007/s11577-012-0154-9Externer Link

  • Prof. Dr. Kathrin Leuze: Horizontale Studienfachsegregation und Bildungs- und Arbeitsmarktungleichheiten zwischen akademisch gebildeten Frauen und Männern

    Das Forschungsprojekt fokussiert auf Geschlechterungleichheiten unter akademisch gebildeten Frauen und Männern im Studium und auf dem Arbeitsmarkt und fragt, welche Bedeutung der geschlechtstypischen Studienfachwahl diesbezüglich zukommt. Einerseits können sind Frauen heutzutage höher qualifiziert sind als Männer, erhalten bessere Noten und schließen häufiger ein Hochschulstudium ab. Andererseits sind sie im Arbeitsmarkt nach wie vor benachteiligt und haben im Anschluss an ihr Studium ein größeres Risiko, gar nicht oder Teilzeit beschäftigt zu sein bzw. sie arbeiten in anderen Berufen und statusniedrigeren Positionen. Da Frauen nach wie vor andere Fächer studieren als Männer, untersucht das Projekt, welche Bedeutung die horizontale Segregation von Studienfächern einerseits für Geschlechterungleichheiten im Studienerfolg, vor allem mit Blick auf Studienfachwechsel, und andererseits für die Entwicklung von ungleichen Arbeitsmarktchancen im Lebensverlauf von akademisch gebildeten Frauen und Männern hat.

    Kooperationspartnerin: Prof Dr. Susanne Strauß, Universität Konstanz

    Publikationen:

    Leuze, K., Strauß, S. (2016): Why do occupations dominated by women pay less? How ‘female-typical’ work tasks and working time arrangements affect the gender wage gap among higher education graduates. Work, Employment and Society, 30, 802-820. https://doi.org/10.1177/0950017015624402Externer Link

    Leuze, K., Strauß, S. (2014): Female-typical Subjects and their Effect on Wage Inequalities among Higher Education Graduates in Germany. European Societies, 16/2, 275-298. https://dx.doi.org/10.1080/14616696.2012.748929Externer Link

    Leuze, K., Strauß, S. (2013): Die Bedeutung von typisch „weiblichen“ Studienfächern für Lohnungleichheiten zwischen Akademikerinnen und Akademikern. Career Service Papers 11/2013, 37-54. https://csnd.de/wp-content/uploads/2018/03/csp_11_2013.pdfExterner Link

    Leuze, K., Strauß, S. (2009): Lohnungleichheiten zwischen Akademikerinnen und Akademikern: der Einfluss von fachlicher Spezialisierung, frauendominierten Fächern und beruflicher Segregation. Zeitschrift für Soziologie 38/4, 262-281. https://doi.org/10.1515/zfsoz-2009-0401Externer Link

    Leuze, K., Rusconi, A. (2009): Should I Stay or Should I Go? Gender Differences in Professional Employment. WZB Discussion Paper Nr. SP I 2009-501, Wissenschaftszentrum Berlin, Berlin. https://bibliothek.wzb.eu/pdf/2009/i09-501.pdf

    Leuze, K., Rusconi, A. (2009): Haben Professionen ein Geschlecht? – Öffentliche Perspektiven und private Hindernisse. Forum Wissenschaft 26/4, Dezember 2009, 18-21. https://www.bdwi.de/forum/archiv/themen/fem/3273433.htmlExterner Link

    Meyer, J., Leuze, K., Strauß, S. (2022): Individual performance, occupational interests, or social environment? What causes students to change their subject in German higher education? Research in Higher Education, 63, 222–247. https://link.springer.com/article/10.1007/s11162-021-09650-yExterner Link

  • Prof. Dr. Kathrin Leuze: Bildungserträge und Weiterbildung von Hochschulabsolvent*innen

    Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung
    Projektlaufzeit:
    Oktober 2007 – September 2012
    Kooperationspartnerin: Prof. Dr. Susanne Strauß, Universität Konstanz

  • Prof. Dr. Kathrin Leuze: Bildungsetappe 6 "Berufliche Bildung und Übergänge in den Arbeitsmarkt" des Nationalen Bildungspanels

    Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung
    Projektlaufzeit: September 2008 - September 2012
    Kooperationspartnerin: Prof. Dr. Heike Solga, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, Prof. Dr. Wolfgang Ludwig-Mayerhofer, Universität Siegen
    Projektmitarbeiter*innen: Rosine Dombrowski, Ralf Künster, Anna Marczuk, Laura Menze

  • Prof. Dr. Kathrin Leuze: Bildungsetappe 8 "Erwachsenenbildung und lebenslanges Lernen" des Nationalen Bildungspanels

    Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung
    Projektlaufzeit: September 2008 - September 2012
    Kooperationspartnerin: Prof. Jutta Allmendinger PhD, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, Dr. Corinna Kleinert, Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung
    Projektmitarbeiter*innen: Agnieszka Althaber, Claudia Finger, Dr. Janina Söhn, Dr. Reinhard Pollak

     

  • Prof. Dr. Kathrin Leuze: Institutionelle Bedingungen des Zusammenhangs von atypischer Beschäftigung und sozialer Ungleichheit in Europa

    Förderung: Hans-Böckler-Stiftung
    Projektlaufzeit: Juli 2010 - Juni 2014
    Kooperationspartnerin: Prof. Jutta Allmendinger, PhD, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, Prof. Dr. Johannes Giesecke, Humboldt Universität zu Berlin
    Projektmitarbeiter*innen: Dr. Janine Bernhard, Dr. Lena Hipp, Stefan Stuth

     

  • Prof. Dr. Kathrin Leuze: Integrationsschüler im Nationalen Bildungspanel (IntFös)

    Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung
    Projektlaufzeit: Oktober 2010 - September 2012
    Kooperationspartnerin: Prof. Dr. Heike Solga, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
    Projektmitarbeiterinnen: Jonna Blanck, Dr. Cornelia Gresch

     

  • Prof. Dr. Kathrin Leuze: Promotionen in der Human- und Zahnmedizin: Motivation, Struktur und Rahmenbedingungen

    Förderung: BIOFABRICATION, Medizinische Hochschule Hannover
    Projektlaufzeit:
    Oktober 2013 – August 2018
    Kooperationspartner: Prof. Dr. Jörg Eberhard, University of Sydney, Australien (ehemals Medizinische Hochschule Hannover)
    Projektmitarbeiterin: Ann Christin Bartels, Leibniz Universität Hannover

     

Forschungsprojekte zu Ungleichheit, Klassen- und Eigentumsverhältnisse

  • Prof. Dr. Kathrin Leuze: Evaluation der Folgen von Studienstrukturreform und Hochschulexpansion für die Arbeitsmarkterträge von Hochschulabsolventinnen und -absolventen (gefördert durch das Leibniz Center for Science and Society, Universität Hannover)

    Hochschulreformen wie z.B. die Einführung der gestuften Studienabschlüsse im Rahmen des Bologna-Prozesses, aber auch die Expansion der Hochschulbildung mit den steigenden Studierendenzahlen beeinflussen die Quantität und Qualität des Arbeitsangebots, das in den Arbeitsmarkt eintritt. Ziel des Projekts ist eine Evaluation der Auswirkungen der Einführung der gestuften Studienstruktur auf die Arbeitsmarkterträge von Hochschulabsolventinnen und -absolventen mit unterschiedlichen Hochschulabschlüssen (traditionelle Abschlüsse, Bachelor und Master). Konkret verfolgt das interdisziplinäre Forschungsprojekt zwei übergreifende Forschungsfragen: 1. Wie und warum haben sich die Arbeitsmarkterträge von Hochschulabsolventinnen und -absolventen mit unterschiedlichen Abschlüssen (traditionell, Bachelor, Master) über die letzten Jahrzehnte verändert? (Soziologie) 2. Können diese Veränderungen kausal auf die Einführung der gestuften Studienstruktur (BA und MA) oder die generelle Expansion des Hochschulsystems zurückgeführt werden? (Ökonomie). Damit möchte das Projekt die Auswirkungen der Veränderungen des Hochschulsystems durch Bildungsexpansion und Bologna-Prozess auf moderne Gegenwartsgesellschaften untersuchen, hier vor allem mit Blick auf den Arbeitsmarkt von Hochqualifizierten.

    Förderung: Brückenprojekt des Leibniz Center for Science and Society (LCSS), Universität Hannover
    Projektlaufzeit: April 2019 – März 2021
    Kooperationspartner*innen: Prof. Dr. Stephan L. Thomsen, Dr. Martina Kroher, Johannes Trunzer, Leibniz Universität Hannover, Dr. Markus Lörz, Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformationen

    Publikationen:

    Kelsch, M., Zink, C., Leuze, K. (2024): Humankapital, Tätigkeitsinhalte und/oder Selektivität? Ursachen studienfachspezifischer Lohnunterschiede unter Hochschulabsolvent*innen: In: Maiwald, A., Matthies, A., Mitterle, A., Schubert, C. (Hrsg.): Akademisierung – Professionalisierung. Zum Zusammenhang von Hochschulbildung, akademischem Wissen und den Veränderungen in der Arbeitswelt. Wiesbaden: Springer VS. https://link.springer.com/book/9783658435677Externer Link

    Kroher, M., Leuze, K. (2024): Degree differentiation and changing career outcomes of higher education graduates in Germany: A matter of specialisation, extracurricular activities or labour market segmentation? Special Edition 26 der Zeitschrift Soziale Welt: Groß, C., Jaksztat, S (Hrsg): “Career Paths Inside and Outside Academia”, 20-54, https://www.nomos-elibrary.de/10.5771/9783748925590/career-paths-inside-and-outside-academia?page=1Externer Link

    Kroher, M., Leuze, K., Thomsen, S.L., Trunzer, J.: Did the „Bologna Process“ Achieve its Goals? 20 Years of Empirical Evidence on Student Enrolment, Study Success and Labour Market Outcomes. IZA Discussion Paper Series, DP No. 14757, https://ftp.iza.org/dp14757.pdfExterner Link

    Leuze, K., Lörz, M. (2019): Bildungsverläufe im Hochschulbereich. In: Köller, O.; Hasselhorn, M.; Hesse, F.; Maaz, K.; Schrader, J.; Solga, H.; Spieß, K.C.; Zimmer, K. (Hrsg.): Das Bildungswesen in Deutschland. Bestand und Potenziale. Bad Heilbrunn: UTB Verlag Julius Klinkhardt, 629-662. https://www.utb.de/doi/book/10.36198/9783838547855Externer Link

    Lörz, M., Leuze, K. (2019): Der Masterabschluss als neues Distinktionsmerkmal? Zu Bedeutung der Studienstrukturreform für herkunftsspezifischer Einkommensunterschiede. In: Lörz, M.; Quast, H. (Hrsg.): Bildungs- und Berufsverläufe mit Bachelor und Master. Determinanten, Herausforderungen und Konsequenzen. Wiesbaden: Springer VS, 341-370. https://doi.org/10.1007/978-3-658-22394-6Externer Link