1. Kritisch-Operative Pädagogik bietet einen neuen kommunikativen Rahmen für die demokratische Verständigung über gesellschaftliche Probleme.
2. Gesellschaftliche Probleme wie Demokratiefeindlichkeit, Antisemitismus, Rassismus, Wissenschaftsfeindlichkeit sind – anthropologisch betrachtet – (auch) pädagogische Herausforderungen des Lernens und Umlernens.
3. Gesellschaft ist heute digital überformt – Digitalwelten erziehen und zielen auf Bildung.
4. Pädagogik ist gesellschaftlich relevant, wenn sie Formen und Inhalte der Lernsteuerungen kritisch zu analysieren und zu gestalten vermag.
5. Kritisch-Operative Pädagogik geht von dem Dreisatz aus: Menschen lernen – Lernen wird gesteuert – die Lernsteuerung von außen verweist auf Formen der Erziehung, die Lernsteuerung von innen auf die Form der Bildung.
6. Erziehung äußert sich in unmittelbaren (face-to-face) und mittelbaren (Lehrplan, soziale und materielle Strukturen, Normalitätsstandards) Formen der Lernsteuerung, die absichtsvoll gestaltet werden und von außen auf Menschen einwirken.
7. Bildung äußert sich in der Form der Steuerung, die ein Mensch in Auseinandersetzung mit eigenen Vor-Urteilen gegenüber seinem eigenen Lernen vornimmt.
8. Politisches Handeln zielt auf die Steuerung menschlichen Lernens – politischer Erfolg ist auch Resultat zeitgemäßer und effektiver Lernsteuerung (von Diskurs bis Indoktrination).
9. Demokratie ist auch deswegen in Gefahr, weil wir keine angemessene Sprachordnung dafür haben, wie Lernen – insbesondere in digitalen Zeiten – gesteuert wird und auf verantwortliche Impulsgeber zurückverweist.
10. Wir brauchen eine neue pädagogische Sprache, damit wir Lernsteuerungen begreifen und dadurch Gesellschaft besser verstehen und gestalten können.