Demenz in Deutschland
Externer Link1,8 Millionen Demenzerkrankungen in Deutschland mit erhöhter Prävalenz in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt.
(Deutsche Alzheimergesellschaft, 2024)
Ressourcenrealisierung und Selbsthilfe für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz (AnDem-RoSe)
Pflegende Angehörige sorgen sich häufig um den Gesundheitszustand der betroffenen Person oder fühlen sich mit Entscheidungen und Verantwortung allein gelassen. Oft entsteht das Gefühl, der Situation nicht mehr gewachsen zu sein.
Die dauerhafte körperliche und emotionale Belastung kann zu anhaltender Müdigkeit führen. Nächtliche Pflegeaufgaben, Sorgen oder fehlende Erholungszeiten beeinträchtigen häufig den Schlaf.
Viele Betroffene erleben Phasen von Traurigkeit, Antriebslosigkeit oder innerer Leere. Freude an früher wichtigen Aktivitäten geht oft verloren und es entsteht das Gefühl, keine Kraft für soziale Kontakte zu haben.
Dauerstress und Überforderung können dazu führen, dass schneller gereizt reagiert wird oder starke emotionale Schwankungen erlebt werden. Auch kleine Belastungen können dann als besonders anstrengend empfunden werden.
Gedanken um die weitere Entwicklung der Pflegesituation, finanzielle Fragen oder die eigene Belastbarkeit lassen viele Angehörige schwer abschalten. Häufig entsteht das Gefühl, ständig „funktionieren“ zu müssen.
Schmerzen, Infektanfälligkeit: Psychische Belastung kann sich auch körperlich bemerkbar machen, zum Beispiel durch Kopf-, Rücken- oder Muskelbeschwerden. Anhaltender Stress kann zudem das Immunsystem schwächen und die Anfälligkeit für Infekte erhöhen.
Belastungssymptome sollten frühzeitig ernst genommen werden. Pflegende Angehörige können Unterstützung und Entlastungsangebote beispielsweise über die Deutsche Alzheimer Gesellschaft, Pflegestützpunkte, Kranken- und Pflegekassen oder spezielle Beratungsstellen erhalten. Bei anhaltender oder hoher psychischer Belastung kann zudem psychologische Unterstützung hilfreich sein. Besonders Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie haben sich in verschiedenen Studien als wirksam erwiesen, um Stress, depressive Symptome und Überforderung bei pflegenden Angehörigen zu reduzieren.
Buchcover
Abbildung: Hogrefe Verlag GmbH & Co. KGDas Projekt AnDem-RoSe möchte belasteten Angehörigen, die Menschen mit Demenz zuhause pflegen, eine Unterstützung anbieten. Im Rahmen psychotherapeutischer Gespräche per Telefon oder Videotelefonie sollen Angehörige die Möglichkeit erhalten, Entlastung zu erfahren und hilfreiche Strategien für die Bewältigung des Pflegealltags zu entwickeln. Die psychotherapeutische Unterstützung basiert auf einem Therapiekonzept von Gabriele Wilz, Denise Schinköthe und Tanja Kalytta (Tele.TAnDem). Die psychotherapeutische Unterstützung im Rahmen des AnDem-RoSe-Projekts wird individuell an die jeweilige Lebenssituation und die Bedürfnisse der pflegenden Angehörigen angepasst. Dabei können ganz unterschiedliche Themen im Mittelpunkt stehen.
Gemeinsam werden belastende Denkweisen erkannt und hilfreiche Perspektiven entwickelt, um den Umgang mit schwierigen Situationen zu erleichtern.
Es werden Strategien vermittelt, um besser mit Stress, Anspannung und starken Emotionen im Pflegealltag umzugehen.
Die Pflege eines nahestehenden Menschen kann mit vielen Veränderungen und Abschieden verbunden sein. In den Gesprächen soll Raum geschaffen werden, Gefühle von Trauer und Verlust wahrzunehmen und anzunehmen.
Informationen über Demenz und typische Veränderungen im Verlauf der Erkrankung können helfen, Verhaltensweisen besser zu verstehen und Unsicherheiten zu reduzieren.
Gemeinsam wird erarbeitet, wie eigene Bedürfnisse und kleine Erholungsmomente trotz der Pflegesituation wieder mehr Platz im Alltag finden können.
Es wird besprochen, welche Hilfs- und Entlastungsangebote zur Verfügung stehen und wie Unterstützung im Alltag angenommen werden kann.
Pflegende Angehörige lernen, Warnsignale von Überlastung frühzeitig wahrzunehmen und persönliche Strategien sowie Notfallpläne für besonders belastende Situationen zu entwickeln.
Hier finden Sie nähere Informationen zum Studienablauf und Sie können prüfen, ob Sie die Kriterien für eine Studienteilnahme erfüllen.