Hintergrund

Ressourcenrealisierung und Selbsthilfe für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz (AnDem-RoSe)

  • Demenz in Deutschland

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    1,8 Millionen Demenzerkrankungen in Deutschland mit erhöhter Prävalenz in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt.

    (Deutsche Alzheimergesellschaft, 2024)

    Anteil Demenzerkrankter im Alter 65+ an der Gesamtbevölkerung in Deutschland (2023)
    Foto: Dt. Alzheimergesellschaft
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Was die Pflege von Menschen mit Demenz für Angehörige bedeuten kann ...

Erfahrungen von pflegenden Angehörigen

Foto: Kurz & Wilz, 2011

Wie sich Pflegebelastung für Angehörige anfühlen kann...

  • Gefühle von Angst und Hilflosigkeit

    Pflegende Angehörige sorgen sich häufig um den Gesundheitszustand der betroffenen Person oder fühlen sich mit Entscheidungen und Verantwortung allein gelassen. Oft entsteht das Gefühl, der Situation nicht mehr gewachsen zu sein.

  • Chronische Erschöpfung, Schlafstörung

    Die dauerhafte körperliche und emotionale Belastung kann zu anhaltender Müdigkeit führen. Nächtliche Pflegeaufgaben, Sorgen oder fehlende Erholungszeiten beeinträchtigen häufig den Schlaf.

  • Depressive Verstimmungen, Niedergeschlagenheit

    Viele Betroffene erleben Phasen von Traurigkeit, Antriebslosigkeit oder innerer Leere. Freude an früher wichtigen Aktivitäten geht oft verloren und es entsteht das Gefühl, keine Kraft für soziale Kontakte zu haben.

  • Stimmungsschwankungen, Gereiztheit

    Dauerstress und Überforderung können dazu führen, dass schneller gereizt reagiert wird oder starke emotionale Schwankungen erlebt werden. Auch kleine Belastungen können dann als besonders anstrengend empfunden werden.

  • Gedankenkreisen, Zukunftssorgen

    Gedanken um die weitere Entwicklung der Pflegesituation, finanzielle Fragen oder die eigene Belastbarkeit lassen viele Angehörige schwer abschalten. Häufig entsteht das Gefühl, ständig „funktionieren“ zu müssen.

  • Körperliche Beschwerden

    Schmerzen, Infektanfälligkeit: Psychische Belastung kann sich auch körperlich bemerkbar machen, zum Beispiel durch Kopf-, Rücken- oder Muskelbeschwerden. Anhaltender Stress kann zudem das Immunsystem schwächen und die Anfälligkeit für Infekte erhöhen.

Unterstützungsmöglichkeiten für pflegende Angehörige

Belastungssymptome sollten frühzeitig ernst genommen werden. Pflegende Angehörige können Unterstützung und Entlastungsangebote beispielsweise über die Deutsche Alzheimer Gesellschaft, Pflegestützpunkte, Kranken- und Pflegekassen oder spezielle Beratungsstellen erhalten. Bei anhaltender oder hoher psychischer Belastung kann zudem psychologische Unterstützung hilfreich sein. Besonders Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie haben sich in verschiedenen Studien als wirksam erwiesen, um Stress, depressive Symptome und Überforderung bei pflegenden Angehörigen zu reduzieren.

Buchcover

Abbildung: Hogrefe Verlag GmbH & Co. KG

Das Projekt AnDem-RoSe möchte belasteten Angehörigen, die Menschen mit Demenz zuhause pflegen, eine Unterstützung anbieten. Im Rahmen psychotherapeutischer Gespräche per Telefon oder Videotelefonie sollen Angehörige die Möglichkeit erhalten, Entlastung zu erfahren und hilfreiche Strategien für die Bewältigung des Pflegealltags zu entwickeln. Die psychotherapeutische Unterstützung basiert auf einem Therapiekonzept von Gabriele Wilz, Denise Schinköthe und Tanja Kalytta (Tele.TAnDem). Die psychotherapeutische Unterstützung im Rahmen des AnDem-RoSe-Projekts wird individuell an die jeweilige Lebenssituation und die Bedürfnisse der pflegenden Angehörigen angepasst. Dabei können ganz unterschiedliche Themen im Mittelpunkt stehen.

Mögliche Themen

  • Belastende Gedanken verändern

    Gemeinsam werden belastende Denkweisen erkannt und hilfreiche Perspektiven entwickelt, um den Umgang mit schwierigen Situationen zu erleichtern.

  • Stress bewältigen und Gefühle regulieren

    Es werden Strategien vermittelt, um besser mit Stress, Anspannung und starken Emotionen im Pflegealltag umzugehen.

  • Trauer und Verluste zulassen

    Die Pflege eines nahestehenden Menschen kann mit vielen Veränderungen und Abschieden verbunden sein. In den Gesprächen soll Raum geschaffen werden, Gefühle von Trauer und Verlust wahrzunehmen und anzunehmen.

  • Wissen über das Krankheitsbild Demenz

    Informationen über Demenz und typische Veränderungen im Verlauf der Erkrankung können helfen, Verhaltensweisen besser zu verstehen und Unsicherheiten zu reduzieren.

  • Selbstfürsorge und ausgleichende Aktivitäten stärken

    Gemeinsam wird erarbeitet, wie eigene Bedürfnisse und kleine Erholungsmomente trotz der Pflegesituation wieder mehr Platz im Alltag finden können.

  • Unterstützungsmöglichkeiten nutzen

    Es wird besprochen, welche Hilfs- und Entlastungsangebote zur Verfügung stehen und wie Unterstützung im Alltag angenommen werden kann.

  • Eigene Belastungsgrenzen erkennen

    Pflegende Angehörige lernen, Warnsignale von Überlastung frühzeitig wahrzunehmen und persönliche Strategien sowie Notfallpläne für besonders belastende Situationen zu entwickeln.

Information

Hier finden Sie nähere Informationen zum Studienablauf und Sie können prüfen, ob Sie die Kriterien für eine Studienteilnahme erfüllen.