Projekte

Laufende Forschungs- und Entwicklungsprojekte 

  • „Wenn’s politisch wird“ – Handeln bei politischer Verunsicherung im Schulalltag“

    Laufzeit: ab 2025 fortlaufend 

    Beteiligte Institutionen: Staatliche Schulämter des Landes Thüringen; Landeszentrale für politische Bildung Thüringen; Friedrich‑Schiller‑Universität Jena 

    Projektleitung: Prof. Dr. Michael May 

    Mitarbeiterin: Ilka Maria Hameister 

    Förderung: Land Thüringen (Landeszentrale für politische Bildung) 

    Das Projekt „Wenn es politisch wird“ umfasst die Entwicklung und Durchführung einer Weiterbildungsreihe in den Schulamtsbezirken Thüringens, die sich an Fachlehrkräfte,  Beratungslehrkräfte, Schulleitungen und weitere Funktionsstelleninhaber:innen richtet. Ausgangspunkt ist eine deutlich gestiegene Nachfrage nach Orientierung im Umgang mit politisch aufgeladenen Situationen im Schulalltag – etwa bei kontroversen Schüleräußerungen, Konflikten mit Eltern oder Spannungen im Kollegium. 

    Ziel der Weiterbildungsreihe ist es, die professionelle Handlungssicherheit der Teilnehmenden zu stärken. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach dem politischen Auftrag von Schule, dem Verhältnis von Neutralität, Unparteilichkeit und Wertebindung sowie nach den rechtlichen und pädagogischen Normen, die schulisches Handeln rahmen. Diese Inhalte werden anhand typischer Fallkonstellationen aus den Schulamtsbezirken bearbeitet und systematisch reflektiert. 

    Vorstudien und Projektpublikationen: 

    • May, M. (2025. Verpflichtung, Wertebindung, Professionalität. Professionalisierung für Demokratiebildung im Spannungsfeld von Verrechtlichung und Pädagogik (S. xx-xx). In M. Busch, M. Dittgen, L. Frerick & B. Weyand (Hrsg.), Demokratiebildung als Querschnittsaufgabe der Lehrer:innenbildung. Frankfurt a. M.: Wochenschau Verlag. 
    • Hameister, I. M., & May, M. (2025). Pflicht zum Widerstand? Lehrkräfte in Zeiten rechtspopulistischer Landnahme. In C. Ruberg, M. Gloe & M. Busch (Hrsg.), Jahrbuch Demokratiepädagogik (S. x–x). Frankfurt a. M.: Wochenschau Verlag. 
  • Die politische Dimension der Berufswahl im Lehramt (PolDiB)

    Laufzeit: 2023-2026 

    Beteiligte Institutionen: Universität Leipzig, Universität Rostock 

    Projektleitung: Prof. Dr. Dennis Hauk, Prof. Dr. Michael May 

    Mitarbeiterinnen: Jessica Berger, Sarah Godding 

    Förderung: Haushaltsmittel 

    Das Forschungsprojekt PolDiB untersucht, welche politischen Motive bei der Berufswahl von Lehramtsstudierenden eine Rolle spielen. Während gesellschaftsbezogene und altruistische Motive gut erforscht sind, fehlt bislang eine systematische Analyse explizit politischer Berufswahlmotivation. Vor dem Hintergrund des demokratischen Bildungsauftrags von Schule fragt das Projekt, ob angehende Lehrkräfte ihre Berufswahl mit politischen Zielvorstellungen wie Demokratiebildung, Wertevermittlung oder gesellschaftlicher Mitgestaltung verbinden. 

    Auf Grundlage einer hochschulübergreifenden empirischen Befragung wurde ein neues Erhebungsinstrument entwickelt, das unterschiedliche Dimensionen politischer Berufswahlmotivation differenziert erfasst. Das Projekt leistet damit einen empirischen Beitrag zur Lehrerbildungsforschung und zur Professionalisierungsdebatte im Kontext von Demokratiebildung. 

    Vorstudien und Projektpublikationen: 

    • Hauk, D., May, M., Berger, J., & Godding, S. (2025). Die politische Dimension der Berufswahl im Lehramt. Die Entwicklung eines neuen Instruments zur Erfassung politischer Berufswahlmotive. In S. Ihle & I. Juchler (Hrsg.), Ethische Grundlagen der politischen Bildung (Schriftenreihe der GPJE, S. 163–172). Frankfurt a. M.: Wochenschau Verlag. 
  • Instruktive Lehr‑Lern‑Arrangements in der politischen Bildung (POL‑INSTRUKT)

    Laufzeit: 2025-2028 

    Projektleitung: Prof. Dr. Michael May 

    Mitarbeiter: Alexander Sühring 

    Förderung: Haushaltsmittel 

    Das Forschungsprojekt befasst sich in mehreren aufeinander bezogenen Einzelstudien mit der Rolle direkter Instruktion und lehrgangsmäßigen Unterrichts in der politischen Bildung. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass diese Unterrichtsformen in der schulischen Praxis eine zentrale Rolle spielen, in der politikdidaktischen Forschung der Bundesrepublik jedoch bislang nur randständig und häufig normativ problematisiert behandelt werden. 

    Ziel des Projekts ist es, diese Leerstelle systematisch zu bearbeiten. Dazu werden erstens internationale Forschungsbefunde zu direkter Instruktion und instruktionalen Lehr‑Lern‑Arrangements in der politischen Bildung sowie in angrenzenden Fachdidaktiken aufgearbeitet. Zweitens werden theoretische Beiträge zur Funktion, Legitimation und didaktischen Einordnung direkter Instruktion im Kontext politischer Bildung entwickelt. Drittens werden experimentelle und unterrichtsbezogene Studien durchgeführt, um Wirkungen, Bedingungen und Grenzen instruktionaler Unterrichtsformen empirisch zu untersuchen. 

    Flankierend entstehen praxisnahe Publikationen, die den real existierenden lehrgangsmäßigen Politikunterricht reflektieren und weiterentwickeln. Das Projekt zielt damit auf eine empirisch fundierte und theoretisch differenzierte Neubewertung direkter Instruktion als Bestandteil professionellen Politikunterrichts. 

Abgeschlossene Forschungs- und Entwicklungsprojekte 

  • Netzwerk Schülervertretung (NEW-SV)

    Laufzeit: 2022-2025 

    Beteiligte Institutionen: Netzwerk Schülermitwirkung 

    Projektleitung: Prof. Dr. Nils Berkemeyer, Prof. Dr. Michael May 

    Mitarbeiterin: Antonia Prässler 

    Förderung: Land Thüringen 

    Das Projekt greift die Projektergebnisse aus LADi auf und strebt eine Entwicklung und Erprobung von Lehrmodulen und Materialien für Studierende an, die im Rahmen des Praxissemesters eingesetzt und verstetigt werden sollen, um Studierende mit der Querschnittsaufgabe der Demokratiebildung zu befassen. Neben Fragen der normativen Orientierung sowie verschiedener inhaltlicher und methodischer Facetten der Demokratiebildung werden insbesondere Fragen der Partizipationsmöglichkeiten und Schülervertretung behandelt. Im Zuge der Materialerstellung werden die in Thüringen Beteiligten staatlichen und nichtstaatlichen Multiplikatoren des Themas Schülervertretung vernetzt und beteiligt. Die entstehenden Module sollen entsprechend auch in der zweiten und dritte Phase der Lehrerbildung einsetzbar sein. 

    Vorstudien und Projektpublikationen: 

    • Prässler, A., & May, M. (2024). Übersicht zu Thüringer Multiplikatoren im Feld der Schülervertretung [Unveröffentlichtes Überblicksdokument]. 
    • Prässler, A., & May, M. (2024). Stärken und Schwächen der Schülervertretung: Eine explorative Expertenbefragung für Thüringen (Working Paper Nr. 3). Friedrich‑Schiller‑Universität Jena, Professur für Didaktik der Politik. 
    • Prässler, A., & May, M. (2026). Demokratie und Partizipation in der Schule [Moodle‑KursExterner Link]. Friedrich‑Schiller‑Universität Jena, Modellserver.
  • Digitale Partizipation und Schülervertretung (DieP-SV)

    Laufzeit: 2023-2026 

    Beteiligte Institutionen: Evangelische Akademie Thüringen, Europäische Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar, Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien, aula e.V 

    Projektleitung: Prof. Dr. Michael May 

    Mitarbeiterin: Ilka Maria Hameister 

    Förderung: BMBF, Next Generation EU 

    Als Teilprojekt des Projektverbunds „Schulentwicklung: digital-demokratisch“ (SchuDiDe) des Kompetenzzentrums „Schulentwicklung lernen:digital“ entwickelt und evaluiert DieP-SV t in ko-konstruktiver Zusammenarbeit mit Praxispartnern aus dem Bildungsbereich eine hybride Fortbildungsreihe zur Unterstützung digitaler Schülerpartizipation an Schule. Ausgehend davon, dass Digitalität Bedingungen und die Digitalisierung Anwendungen der Organisation demokratischen Zusammenlebens in Schulen beeinflussen, werden damit verbundene Veränderungen von Beteiligungsprozessen und -strukturen der Organisation in den Blick genommen und für die Fort- und Weiterbildung von Schulleitungen, Schülervertreter:Innen (SV) und SV-Verantwortlichen in praxisrelevante Module aufbereitet.   

    Vorstudien und Projektpublikationen: 

    • Hameister, I. M. (2026, im Druck). Demokratie und (digitale) Schulkultur. Die Entgrenzung von digitalen Beteiligungsrealitäten als demokratische Entwicklungsdimension. In R. Koerrenz (Hrsg.), Schule – Digitalisierung – Demokratie. Herausforderungen der politischen Bildung. Weinheim & Basel: Beltz Juventa. 
    • Hameister, I. M. (2026). Schulische Mitverantwortung angesichts der Digitalisierung. In R. Koerrenz (Hrsg.), Schule – Digitalisierung – Demokratie. Herausforderungen der Schulentwicklung (S. 85–95). Weinheim & Basel: Beltz Juventa. 
    • Hauk, D., & May, M. (2025). Mehr als digitale Partizipation – Schulische Demokratiebildung in einer digital geprägten Welt. In S. Achour, M. Sieberkrob, D. Pech, J. Zelck & P. Eberhard (Hrsg.), Handbuch Demokratiebildung und Fachdidaktik (Bd. 1: Grundlagen und Querschnittsaufgaben, S. 236–247). Frankfurt a. M.: Wochenschau Verlag. 
    • May, M. (2026, im Druck). Demokratischer Staat und staatliche Demokratiebildung im Zeitalter algorithmischen Lernens. In R. Koerrenz (Hrsg.), Schule – Digitalisierung – Demokratie. Herausforderungen der politischen Bildung. Weinheim & Basel: Beltz Juventa. 
    • May, M. (2023). Digitalisierung aus politikdidaktischer Sicht. Politik und Wirtschaft unterrichten, 74 (Sonderausgabe: Digitalisierung und Politikunterricht), 8–13. 

    Produkte 

    • May, M., & Hameister, I. M. (2026). Digitale SV‑Arbeit wirksam begleiten: Handbuch für Vertrauenslehrkräfte und Schulsozialarbeit zur gemeinsamen Entwicklung digitaler Ergänzungen im SV‑Alltag. Friedrich‑Schiller‑Universität Jena, Professur für Didaktik der Politik. 
    • May, M., & Hameister, I. M. (2026). Fallvignetten‑Set: „Destruktive digitale Partizipation in Schule?“. Friedrich‑Schiller‑Universität Jena, Professur für Didaktik der Politik. 
    • May, M., & Hameister, I. M. (2026). Schülervertretungsarbeit digital erweitern: Onlinekurs für Vertrauenslehrkräfte und Schulsozialarbeiter:innen [Selbstlernkurs]. Friedrich‑Schiller‑Universität Jena, Professur für Didaktik der Politik. Veröffentlichung über ComPleTT. 
  • Digitale Lerngemeinschaften (DiLe)

    Laufzeit: 2020-2023 

    Beteiligte Institutionen: diverse Kooperationsschulen 

    Projektleitung: Prof. Dr. Michael May (Gesamtprojektleitung: Prof. Dr. Gröschner, Prof. Dr. Kracke, Prof. Dr. Winkler) 

    Mitarbeiter: Joe Bornträger, Christian Blum 

    Förderung: BMBF 

    Das Projekt entwickelte eine onlinebasierte Qualifizierung von Fachlehrern, die im Rahmen des Praxissemesters des Jenaer Modells der Lehrerbildung Praxissemesterstudierende begleiten und beraten. Die verbesserte Abstimmung von Universität und Praxissemesterschulen soll unmittelbar den Lehramtsstudierenden zugutekommen. Im Rahmen des digitalen Weiterbildungsmoduls spielen im Fach Sozialkunde insbesondere Fragen veränderter Fachinhalte im digitalen Zeitalter eine Rolle. 

  • Demokratiebildung mit demokratiedistanten Jugendlichen (DEEDu)

    Laufzeit: 2020-2023 

    Beteiligte Institutionen: Studienseminare Gera und Erfurt (RS) 

    Projektleitung: Prof. Dr. Michael May 

    Mitarbeiterin: Marion Hartenstein 

    Förderung: BMBF 

    Politikunterricht setzt traditionell auf die Kontroverse und das Ringen um das bessere Argument. Auf diese Weise sollen Schüler/innen zentrale Praktiken der Demokratie erlernen und eine Nähe zu demokratischen Verfahren aufbauen. Gleichzeitig können wir aber in der Unterrichtspraxis beobachten, dass ein solcher Unterricht, der Konflikte und Kontroversen in den Mittelpunkt stellt, bei Schüler/innen abstoßend wirken und zu Rückzug aus dem Unterrichtsgeschehen führen kann. Wie macht man aber Politikunterricht, wenn die Schüler/innen auf die Weise reagieren und darüber hinaus eventuell sogar negativ gegenüber zentralen demokratischen Prinzipien eingestellt sind? Im Projekt werden zusammen mit Expert/innen aus den Studienseminaren Gera und Erfurt (RS) alternative Unterrichtsvorschläge entwickelt und empirisch untersucht. Das Ziel besteht darin, mehr über die Auswirkungen bestimmter Unterrichtsarrangements auf die Schüler/innen herauszufinden und darüber hinaus auf der Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse eine Lehrerweiterbildung zu entwickeln. Das Projekt ist der der Qualitätsoffensive Lehrerbildung in Jena (ProfJL). 

    Vorstudien und Projektpublikationen: 

    • May, M. (2017). Politische Urteilsbildung unter Druck. POLIS, 21(3), 13–15. 
    • May, M. (2019). Politische Urteilsbildung unter Druck? Grundlagen – Gefährdungen – Didaktische Strategien. In S. Barsch, A. Lutter & C. Meyer‑Heidemann (Hrsg.), Fake und Filter. Historisches und politisches Lernen in Zeiten der Digitalität (S. 50–67). Frankfurt a. M.: Wochenschau Verlag. 
    • May, M. (2019). Politische Urteilsbildung in der politischen Bildung und „Postfaktizität“ – Eine Problembestimmung. In M. Deichmann & M. May (Hrsg.), Orientierungen politischer Bildung im „postfaktischen Zeitalter“ (S. 39–56). Wiesbaden: Springer VS. 
    • May, M. (2020). „Aber bitte mit Gefühl!“ Rationale politische Urteilsbildung als Ziel und Herausforderung politischer Bildung. In M. Dickel, A. John, K. Muth, L. Volkmann & M. Ziegler (Hrsg.), Urteilspraxis und Wertmaßstäbe im Unterricht. Ethik, Englisch, Geographie, Geschichte, politische Bildung, Religion (S. 125–147). Frankfurt a. M.: Wochenschau Verlag. 
    • Hartenstein, M., & May, M. (2024). Kritisches Denken durch politische Kontroversen? Pädagogik, 76(7/8), 66–69.
  • Hate Spech analog – Realisierungsvarianten in Schule und Unterricht

    Laufzeit: 2019-2022 

    Projektleitung: Prof. Dr. Michael May 

    Mitarbeiter: Paul Menger 

    Förderung: Haushalt 

    Das Projekt untersuchte eine Fallsammlung, die im Rahmen eines regelmäßig stattfindenden Begleitseminars zum Praxissemester zwischen 2014 und 2019 entstanden ist. Das Ziel bestand darin, unterschiedliche Realisierungsvarianten des Aufkommens von Hate Speech in Schule und Unterricht zu rekonstruieren und einen Realisierungsraum von Hate Speech zu vermessen. Dazu wurden mehr als hundert Fälle mit unterschiedlichen Auswertungsverfahren untersucht. Auf der Grundlage dieser Untersuchungen wurden Hinweise für den Umgang mit Hate Speech entwickelt. 

    Vorstudien und Projektpublikationen: 

    • May, M. (2021). Hate Speech im analogen Raum der Schule – Zu Phänomen und Erforschung einer pädagogischen Herausforderung. In S. Wachs, B. Koch‑Priewe & A. Zick (Hrsg.), Hate Speech – Multidisziplinäre Analysen und Handlungsoptionen (S. 299–313). Wiesbaden: Springer VS. https://doi.org/10.1007/978-3-658-31793-5_13 
    • May, M. (2023). Hatespeech und Co. als Inklusionsvehikel? Eine Studie zur Interaktionslogik exkludierenden Sprechens und Handelns in der Schule. In A. Hinz, D. Jahr & R. Kruschel (Hrsg.), Inklusive Bildung und Rechtspopulismus. Grundlagen, Analysen und Handlungsmöglichkeiten (S. 97–113). Weinheim/Basel: Beltz. 
    • May, M. (2025). Brenzlige Situationen – Wie umgehen mit Hate Speech und abwertendem Sprechen im Schulalltag? In S. Achour, P. Massing, T. Debus & B. Debus (Hrsg.), Demokratiefeindlichkeit und Schule (WOCHENSCHAU‑Sonderausgabe) (S. xx-xx). Frankfurt a. M.: Wochenschau Verlag. 
  • Ausbildung der Ausbilder

    Laufzeit: 2019-2021 

    Projektleitung: Prof. Dr. Anke John, Prof. Dr. Michael May, Dr. Mario Ziegler 

    Mitarbeiter: Peter Starke 

    Förderung: BMBF 

    AuAu zielte im Verbund der Fächer Ethik, Geschichte und Sozialkunde auf die Verzahnung der universitären Begleitseminare, die für Studierende im Jenaer Modell der Lehrerbildung angeboten werden, mit den Betreuungsleistungen von Mentoren an den Praxissemesterschulen. Das fachdidaktische Zentrum der Abstimmung bildete Unterricht, der auf (politische) Urteilsbildung zuläuft. Es wurden Handreichungen und Unterstützungsmaterialien für die Studierenden, die abgeordneten Lehrkräfte im Begleitseminar sowie die Mentoren im Praxissemester entwickelt. 

    Vorstudien und Projektpublikationen: 

    • Dickel, M., John, A., Muth, K., Volkmann, L., & Ziegler, M. (Hrsg.). (2020). Urteilspraxis und Wertmaßstäbe im Unterricht. Ethik, Englisch, Geographie, Geschichte, politische Bildung, Religion (S. 125–147). Frankfurt a. M.: Wochenschau Verlag. 
    • May, M. (2020). „Aber bitte mit Gefühl!“ Rationale politische Urteilsbildung als Ziel und Herausforderung politischer Bildung. In M. Dickel, A. John, K. Muth, L. Volkmann & M. Ziegler (Hrsg.), Urteilspraxis und Wertmaßstäbe im Unterricht. Ethik, Englisch, Geographie, Geschichte, politische Bildung, Religion (S. 125–147). Frankfurt a. M.: Wochenschau Verlag. 
    • Starke, P., & May, M. (2023). Kompass Urteilsbildung Politik. Unterricht urteilssensibel planen, durchführen und reflektieren. 72 Gesprächsimpulse für die Praxis. Frankfurt a. M.: Wochenschau Verlag. 
  • Extremistische Aussagen und gruppenbezogene Abwertungen von Schülerinnen und Schülern

    Laufzeit: 2019 

    Projektleitung: Prof. Dr. Michael May 

    Mitarbeiter: Nico Bräutigam 

    Förderung: Kumulus e.V. 

    Im Projekt wurde ein Weiterbildungsmodul für Kumulus e.V. entwickelt, um Lehrkräfte besser auf den Umgang mit extremistischen Aussagen und gruppenbezogenen Abwertungen vorzubereiten. Dazu wurden Flyer, Fallvignetten (auf Video) sowie Präsentation erstellt, die in den Weiterbildungen zum Einsatz kommen. 

    Lehrkräfte als Agenten der Demokratie (LADi) (Laufzeit: 1/2019-5/2023) 

    Laufzeit: 2019-2023 

    Projektleitung: Prof. Dr. Nils Berkemeyer, Prof. Dr. Michael May 

    Mitarbeiterin: Elisabet Franzmann 

    Förderung: BMBF 

    Im LADi-Projekt wird der staatliche Auftrag schulischer Bildung und Erziehung im Kontext eines Wertekatalogs gedacht, der wesentlich durch die Menschenrechte sowie das Grundgesetz widergespiegelt wird. Diese Lesart der Schule als zentrale Institution einer demokratischen Gesellschaft stellt eine erhebliche Herausforderung für jede Generation von Lehrkräften dar. Ein zentrales Anliegen ist es, den Auftrag zur Demokratiebildung im Lehramtsstudium in Jena stärker sichtbar zu machen, ihn inhaltlich auszufüllen und strukturell zu verankern. Im Rahmen des LADi-Projekts werden Strukturen und Formate erarbeitet, die die strukturelle und organisationale Zusammenarbeit der verschiedenen an Lehrerbildung beteiligten Akteure an der Universität Jena implementieren sowie die Kooperation der Forschungs- und Entwicklungsvorhaben mit universitären Partnern stärken sollen, um gemeinsam das Leitbild einer gesellschaftlich verantwortungsvollen Lehrerbildung zu unterstützen, zu entwickeln und zu verankern. Das Projekt ist als Teil der Qualitätsoffensive Lehrerbildung im Jenaer Teilprojekt ProfJL² angebunden. Weiterer Informationen finden Sie hier. 

    Vorstudien und Projektpublikationen: 

    • Franzmann, E., Berkemeyer, N., & May, M. (Hrsg.). (2021). Wie viel Verfassung braucht der Lehrberuf? Weinheim/Basel: Beltz. 
    • Franzmann, E., Berkemeyer, N., & May, M. (Hrsg.). (2022). Strukturen der Demokratiebildung in der ersten Phase der Lehrerbildung. Weinheim/Basel: Beltz. 
    • Berkemeyer, N., Franzmann, E., Koerrenz, R., May, M., & Volkmann, L. (2022). Auf dem Weg zu einem Curriculum der Demokratiebildung in der ersten Phase der Lehrerbildung – Das Projekt LADi and beyond. In E. Franzmann, N. Berkemeyer & M. May (Hrsg.), Strukturen der Demokratiebildung in der ersten Phase der Lehrerbildung (S. 113–136). Weinheim/Basel: Beltz. 
  • Professionalisierung für Demokratiebildung (ProDemo)

    Laufzeit: 2017 

    Beteiligte Institutionen: KomRex – Zentrum für Rechtsextremismusforschung, Demokratiebildung und gesellschaftliche Integration, Professur Didaktik der Politik 

    Projektleitung: Prof. Dr. Michael May 

    Mitarbeiterin: Janine Patz 

    Förderung: TMBJS, Thüringer Landesprogramm – DenkBunt 

    Im Mittelpunkt des Projektes steht die Frage nach der inhaltlichen und strukturellen Einbindung von Demokratiebildung in Ausbildung und Studium von pädagogischem Personal und Lehrkräften. Die Untersuchung knüpft an die Ergebnisse der SWOT Demokratiebildung an und greift die These auf, dass Demokratiebildung weithin nicht als Grundlage für pädagogische Berufe und Bildungsarbeit verstanden werde und dementsprechend kaum in pädagogischen Qualifizierungsprozessen angelegt sei. 

    Ziel dieses Forschungsprojektes ist nicht nur die Zustandsbeschreibung, sondern die Ableitung konkreter Handlungsempfehlungen für Politik und Praxis sowie die Initiierung von Entwicklungsprozessen zur Verstetigung von Demokratiebildung in den Regelstrukturen. 

    Vorstudien und Projektpublikationen: 

    • Damerau, F., May, M., & Patz, J. (2017). Demokratiebildung in Professionalisierungsprozessenpdf, 3 mb– Eine Analyse der Thüringer Ausbildungssituation in ausgewählten Regelstrukturen sozialer Berufe (überarbeitete Fassung, Dezember 2017). Friedrich‑Schiller‑Universität Jena, Institut für Politikwissenschaft, Professur für Didaktik der Politik; Zentrum für Rechtsextremismusforschung, Demokratiebildung und gesellschaftliche Integration (KomRex). 
  • Stärken-Schwächen-Analyse der Demokratiebildung in Thüringen (SWOT Demokratiebildung)

    Laufzeit: 2016 

    Beteiligte Institution: KomRex – Zentrum für Rechtsextremismusforschung, Demokratiebildung und gesellschaftliche Integration, Professur Didaktik der Politik 

    Projektleitung: Prof. Dr. Michael May 

    Projektmitarbeit: Janine Patz 

    Förderung: TMBJS, Thüringer Landesprogramm – DenkBunt 

    Die explorative Erschließung der Situation der Demokratiebildung in Thüringen erfolgte anhand von Aussagen demokratiebildender ExpertInnen. Mittels leitfadengestützter, qualitativer Interviews wurden problemorientiert Daten zum Verständnis, den Schwerpunktthemen, den Stärken, Schwächen und Handlungsoptionen der Demokratiebildung in Thüringen erhoben und inhaltsanalytisch ausgewertet. 

    Neben Zielen und relevanten Themen in den Kategorien Demokratiegefährdung und der Stärkung demokratischer Kultur, liefert die Expertise auch Hinweise auf Entwicklungsnotwendigkeiten und Bedarfe. So bestünden große Herausforderungen u.a. darin, dem fehlenden Demokratieverständnis bzw. Kompetenzen zu begegnen und das professionelle Handeln von Fachkräften zu stärken. Aber nicht nur die Prozesse der Demokratiebildung – vor allem im Bereich der Qualifizierung – gelte es zu verbessern, sondern auch strukturelle bzw. institutionelle Bedingungen z. B. im Bereich Schule. 

    Aus den Einschätzungen der ExpertInnen lässt sich folgende These ableiten: Demokratiekompetenz sowie demokratiebildende Methodenkompetenz werden nicht umfassend als Basis oder Grundlage für pädagogische Arbeit mit und ohne Bildungsauftrag verstanden, sondern als Zusatzqualifikation, die größtenteils durch Fort- und Weiterbildungsangebote erworben wird. 

    Vorstudien und Projektpublikationen: 

  • Europäisches Forschungskolleg Jena. Das 20. Jahrhundert und seine Repräsentationen

    Laufzeit: 2015-2019 

    Beteiligte Institutionen: Institute für Geschichte, Germanistik, Kunstgeschichte, Politikwissenschaft 

    Projektleitung: Prof. Dr. Volkhard Knigge, Prof. Dr. Joachim von Puttkamer 

    Kollegiumsmitglied: Prof. Dr. Michael May 

    Förderung: TMWWDG, Pro-Exzellenz-Initiative 

    Das Kolleg stellt die Leitfrage „Was bleibt vom 20. Jahrhundert?“ in doppelter Hinsicht ins Zentrum interdisziplinärer Forschung und praxisrelevanter Anwendung. Normativ geht es darum, welche Dimensionen historischer Erfahrungen des „extremen 20. Jahrhunderts“ wertbildend und handlungsrelevant im Geschichtsbewusstsein aufgehoben und tradiert werden sollen. In empirisch-analytischer Perspektive steht die zeitdiagnostische Untersuchung des konkreten Umgangs mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts im Vordergrund. Damit soll ein elementarer Beitrag zur Erschließung von Geschichtskulturen im 21. Jahrhundert und deren Wirkung auf das Geschichtsbewusstsein geleistet werden. 

    Verankert an sieben Lehrstühlen der FSU Jena und an der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora forschen seit Februar 2015 Doktorand/innen aus zeitgeschichtlicher, kunstgeschichtlicher, literaturwissenschaftlicher und geschichts- bzw. politikdidaktischer Perspektive zu Repräsentationen des 20. Jahrhunderts. 

    Ein weiteres Ziel des Kollegs ist die Etablierung eines europaweiten Weiterbildungsstudiengangs für Museumsmitarbeiter/innen und Kurator/innen zeitgeschichtlicher Ausstellungen. In Zukunft kann ein Zertifikat mit hoher inhaltlicher Prägnanz erworben werden, das zu einer wissenschaftlichen und ästhetischen Reflexion über das Ausstellen von Zeitgeschichte befähigt. 

  • Lernen mit fachspezifischen Anforderungssituationen (LEMFA)

    Laufzeit: 2012-2014 

    Beteiligte Institutionen: drei Gymnasien, eine Gesamtschule und eine Regelschule in Thüringen und Sachsen-Anhalt 

    Projektleitung: Prof. Dr. Michael May 

    Förderung: Haushalt 

    Kompetenzorientierter Unterricht muss für die Lernenden fachspezifische Anforderungssituationen bereithalten. In der politischen Bildung gibt es ein Set solcher Anforderungssituationen (gesellschaftliche Probleme, politische Konflikte etc.), die im Unterricht traditionellerweise mit „passenden“ fachspezifischen „selbstläufigen“ Methoden bearbeitet werden (Problemstudie, Kontroversverfahren etc.). Dies erfolgt vor dem Hintergrund der u.a. auf Dewey zurückgehenden Annahme, dass es eine strukturelle Passung von Anforderungssituationen, Denken und Situationsbewältigung gebe. 

    Das Projekt „Lernen mit fachspezifischen Anforderungssituationen“ (LEMFA) untersucht empirisch, wie Schülerinnen und Schüler mit solchen Anforderungssituationen jenseits der Planungslogik der Lehrenden faktisch umgehen (Dokumentarische Methode). Sodann wird gefragt, inwiefern Anforderungssituationen eine Dynamik erzeugen, die einerseits zur Kompetenzentwicklung beiträgt und andererseits tatsächlich von den in der Planungsliteratur vorgeschlagenen „passenden“ Unterrichtsmethoden aufgenommen werden kann. 

    Vorstudien und Projektpublikationen: 

    • May, M. (2015). Ordnungsbildung in fachkulturellen Praktiken. Empirische Rekonstruktionen am Beispiel der politischen Bildung. Zeitschrift für Didaktik der Gesellschaftswissenschaften (zdg), 6(1), 72–91. 
    • May, M. (2015). Fachliche Anforderungssituationen aus Schüler(innen)-Sicht. Von den Schülerkonzepten zur wissenssoziologischen Analyse von Alltagswissen. In A. Petrik (Hrsg.), Formate fachdidaktischer Forschung in der politischen Bildung (S. 167–175). Schwalbach/Ts.: Wochenschau Verlag. 
    • May, M. (2017). Situation, Alltagswelt und Lebenswelt in der politischen Bildung. Begriffliche Schärfungen, empirische Rekonstruktionen und offene Fragen. In T. Oeftering, J. Oppermann & A. Fischer (Hrsg.), Der „fachdidaktische Code“ der Lebenswelt- und/oder Situationsorientierung. Fachdidaktische Zugänge zu sozialwissenschaftlichen Unterrichtsfächern sowie zum Lebensweltkonzept (S. 77–93). Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren.