Wer sind wir?
Unser Team stellt sich vor.
Hände setzen Puzzleteile "T-E-A-M" zusammen
Grafik: Elena Luca Zuschlag
Unser Team
-
Dr. Fabian Rottstädt - Projektleiter
Dr. Fabian Rottstädt
Foto: Foto privatWie kam dir die grundlegende Idee zu dem Projekt?
„In unserer psychotherapeutischen Ambulanz am Lehrstuhl für Klinische Psychologie stellen sich sehr häufig Studierende vor. Die psychischen Beschwerden, die da geschildert werden, beeinträchtigen das Leben und Studium der Betroffenen häufig schon lange, meistens 1-2 Jahre oder mehr. Ich denke in solchen Fällen, dass ich den Betroffenen diesen langen Leidensweg gern ersparen würde. Außerdem sind psychische Erkrankungen im frühen Stadium oft besser und einfacher zu behandeln und haben noch nicht zu so gravierenden Konsequenzen in der Lebensführung geführt, wie bspw. zu einem Studienabbruch. Der erste Schritt, um dies zu ermöglichen ist dabei natürlich zu erkennen, dass ein Problem vorliegt. Der zweite Schritt besteht darin zu wissen, dass man da was tun kann. Das soll REALISE ermöglichen, in dem es Studierenden ermöglicht eine Einschätzung über ihre psychische Belastung und deren Entwicklung zu erhalten, über psychische Gesundheit aufklärt und Anlaufstellen für Hilfe hier in Jena benennt. Zukünftig möchte ich innerhalb des Projekts auch gern Präventionsmaßnahmen anbieten, die das schon bestehende Angebot der Universität ergänzen und zielgerichtet eingesetzt werden können.“
-
Dr. Adrian Jusepeitis - Software und Programmierung
-
Pauline Endler - Wissenschaftliche Mitarbeiterin - Projektkoordination
Pauline Endler
Foto: privatWas schätzt du an der bisherigen Entwicklung von REALISE?
"Als ich in das Projekt eingestiegen bin, hatten bereits mehr als 2.500 Studierende der Uni Jena teilgenommen. Einige von ihnen nutzen REALISE regelmäßig als kurzen Self-Check und stellen sich dabei – vielleicht teilweise unbewusst – Fragen wie: Wie geht es mir eigentlich gerade? Bin ich belastet? Sollte ich einen Gang runterschalten? Und genau diese vermeintliche Kleinigkeit – einmal im Monat kurz innezuhalten und zu reflektieren, was man gerade braucht – kann einen erstaunlich großen Unterschied machen.
Aus wissenschaftlicher Perspektive ist es natürlich spannend zu verstehen, warum manche von uns stärker belastet sind als andere und welche Faktoren uns vor psychischen Erkrankungen schützen können. Das und viele weitere Fragestellungen können wir mit unseren Längsschnittdaten beantworten. Gleichzeitig sehe ich so viel Potenzial in der REALISE-Gemeinschaft und bin sehr dankbar, dass dieses wichtige Projekt ins Leben gerufen wurde.
Die Selbsthilfegruppen als erste Interventionsmaßnahme sind ein unglaublich guter Anfang, weil hier bereits Menschen zueinander gefunden haben. Eine REALISE-Teilnehmerin hat in einem unserer Co-Creation-Workshops gesagt: „Durch REALISE fühle ich mich gesehen und weniger allein.“
Genau das motiviert mich sehr, die Ressourcen und Strukturen des Projekts weiter auszubauen und Angebote möglichst niedrigschwellig zu gestalten – in der Hoffnung, dass sich noch mehr Menschen durch REALISE gesehen fühlen. So können wir einen wertvollen Beitrag dazu leisten, psychische Belastungen und Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und an den richtigen Stellen etwas für die mentale Gesundheit zu tun. Denn wir haben eben alle nur eine."
-
Laura Ahrendt - Wissenschaftliche Assistentin
Laura Ahrendt
Foto: Teerawat JantraWarum begeistert dich dieses Projekt?
"Mich begeistert am meisten die Vielzahl an unterschiedlichen Daten, die erhoben wird und die dadurch weitreichenden Möglichkeiten zur Analyse von Sachverhalten. Wir können vorhandene Annahmen prüfen und schauen, ob sie auch auf unsere Stichprobe von Studierenden zutrifft. Erstellen die Grundlage für Prüfungen von vielen verschiedenen Hypothesen in diversen Bereichen, die mit dem psychischen Wohlbefinden zusammenhängen und deren mögliche Verifizierung zu vielversprechenden Ergebnissen führen können. Im besten Fall werden Herleitungen möglich bspw. konkret für den verbesserten Umgang mit erlebten Traumata oder einer Verringerung der aktuellen psychischen Belastung bei Studierenden."
-
Marie Ann Hochstein - Wissenschaftliche Assistentin
Marie Ann Hochstein
Foto: privatWarum hast du dich für die Arbeit an REALISE entschieden?
Für die Arbeit an REALISE habe ich mich entschieden, weil mir der Bereich Prävention sehr am Herzen liegt. Immer wieder beobachte ich in meinem Umfeld, dass junge Menschen in ihren 20ern vor vielen Herausforderungen stehen: sich selbst zu strukturieren, den Anforderungen im Studium sowie den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden, nebenher arbeiten zu müssen - und vieles mehr. Und obwohl immer offener über psychische Gesundheit gesprochen wird, fällt es vielen Menschen noch immer schwer, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Sind sie einmal an diesem Punkt angelangt, warten sie meist sehr lange auf einen Therapieplatz. Dafür braucht es Lösungen!
REALISE mag vielleicht nicht alle Probleme auf einmal lösen, aber zumindest ist es ein Schritt in die richtige Richtung. Mit dem Schnell-Check können Studierende jeden Monat kurz inne zu halten und sich dadurch vielleicht leichter eingestehen, dass sie Hilfe in Anspruch nehmen möchten. Besonders gut gefällt an REALISE , dass es ein Forschungsprojekt ist, das den Teilnehmenden etwas zurückgibt - beispielsweise durch eigene Präventionsmaßnahmen wie die Selbsthilfegruppen. -
Maël Roth - Studentischer Assistent
Maël Roth
Foto: privat"Ich denke, dass REALISE einerseits als Datengrundlage für die Forschung, andererseits als Tool für alle Teilnehmenden noch viele Chancen für Wachstum hat.
Mentale Gesundheit ist klar verbunden mit queerfeindlichen Erfahrungen Ableismus, Rassismus, Klassismus und anderen Diskriminierungserfahrungen. Daher finde ich es beispielsweise wichtig, quere Menschen in die Fragebogengestaltung einzubeziehen und zu fragen: Welche Begriffe sollte REALISE nutzen, um Geschlecht abzufragen? Was sagen Teilnehmende oder genderqueere Gruppen selbst dazu?
Für Teilnehmende, die feststellen, dass ihre mentale Gesundheit abnimmt, wünsche ich mir, dass REALISE ohne großen Aufwand hilft, nächste Schritte zu planen - egal, ob es um Beratung, Psychotherapie oder das Finden einer Community geht. Dafür könnte REALISE auch mit bestehenden Gruppen - Lesegruppen, Kunst- oder Sportvereinen, aktivistischen Gruppen - zusammenarbeiten.
Ich freue mich darauf, REALISE bei seiner Weiterentwicklung zu begleiten!"
Ehemalige MitarbeiterInnen
-
Anna Lydia Kahle - Wissenschaftliche Assistentin
Warum würdest du anderen Studierenden der Uni Jena empfehlen am Projekt teilzunehmen?
"Die Teilnahme an REALISE bietet Studierenden die Möglichkeit, bewusster auf das eigene Wohlbefinden und den eigenen Stresslevel zu achten und dadurch aufmerksamer für die eigenen Bedürfnisse zu werden. Das kann auch dabei helfen, mögliche Probleme schneller zu erkennen und entsprechend zu reagieren. Durch das Rückmeldetool wird es möglich, das psychische Wohlbefinden über Monate hinweg zu beobachten und im Falle von Problemen findet man im Rückmeldetool schnell Anlaufstellen und Unterstützungsmöglichkeiten. Zusätzlich liefert es spannende Informationen zur eigenen Persönlichkeit und zu Aspekten wie Empathie oder emotionale Kompetenzen. Durch eine Teilnahme an REALISE trägt man somit nicht nur zur Forschung bei, sondern hat auch die Möglichkeit, mehr über sich selbst zu erfahren."
-
Anna Roberta Knospe - Wissenschaftliche Assistentin
Warum unterstützt du die REALISE Selbsthilfegruppen?
„Ich unterstütze die Selbsthilfegruppen des REALISE Projekts, weil sie einen Raum schaffen, in dem Studierende sich gehört und verstanden fühlen können. Ein Raum, in dem Studierende nicht allein sein müssen mit der Überforderung, dem Stress oder dem Gefühl, einfach nicht mehr weiterzuwissen. Meiner Meinung nach ist psychische Gesundheit ein wichtiges Thema, das uns alle betrifft – gerade im Studium, wo Leistungsdruck, Selbstzweifel und Einsamkeit für viele zum Alltag gehören. Ich finde es entscheidend, dass es Angebote gibt, die den Austausch und die gegenseitige Unterstützung zwischen Studierenden anregen. Die REALISE Selbsthilfegruppen sind genau so ein Angebot – von Studierenden für Studierende.“
-
Freyja Krull - Wissenschaftliche Assistentin
Was empfindest du als am spannendsten an dem Projekt?
"Am spannendsten an dem Projekt finde ich, dass wir über einen langen Zeitraum sehr vielfältige Daten in Bezug auf die psychische Gesundheit von Studierenden sammeln. Vor allem, dass die psychische Gesundheit Studierender zentral ist und wir mit den Daten Prädiktoren für die psychische Gesundheit bzw. für psychische Belastung bei Studierenden ermitteln können. Außerdem finde ich es schön, dass das Projekt so umfangreich aufgezogen ist, dass wir auch den Studierenden die Möglichkeit bieten, ihre eigene psychische Gesundheit im Blick zu behalten und Informationen über Hilfsangebote zu erhalten."
-
Lara Schäfer - Projektstudentin
Was erhoffst du dir persönlich als Ergebnis dieses Projekts?
"Ich hoffe, dass REALISE viele Studierende erreicht und dabei unterstützt, ihr Wissen über psychische Gesundheit zu erweitern. Auch hoffe ich, dass sie motiviert werden, verstärkt auf ihr eigenes psychisches Wohlbefinden zu achtet und dieses im Blick zu behalten. Es wäre schön, wenn REALISE dazu beitragen kann, die Stigmatisierung psychisch belasteter Personen zu reduzieren und viele Studierende dabei unterstützen kann, die Hürde, Hilfe in Anspruch zu nehmen, zu überwinden. Nicht nur, indem man über verschiedene Anlaufstellen informiert, sondern auch indem man das Verständnis dafür verbessert, dass es ganz normal ist, Hilfe in Anspruch zu nehmen.“
-
Leonie Arlt - Projektstudentin
Welche neuen Fähigkeiten oder Erkenntnisse hast du durch die Arbeit an dem Projekt gewonnen?
„Durch das Projekt habe ich vor allem meine Fähigkeiten bei der Durchführung des DIPS vertieft und viele Erkenntnisse gewonnen, wie man diesen routiniert und angenehm für TeilnehmerInnen durchführt. Insbesondere ist mir verdeutlicht worden wie viele Menschen bereits im Studium mit psychischen Problemen zu kämpfen haben und leider keine angemessene Hilfe aufgrund der geringen psychotherapeutischen Versorgung erhalten. Die Erkenntnis, dass unser Gesundheitssystem hierbei noch große Defizite aufweist, nehme ich in meine weitere psychotherapeutische Laufbahn mit und hoffe in diesem Bereich einiges verändern und mitgestalten zu können.“
Zusammenarbeit
Vielen Dank an unsere Kooperationspartner:Innen und Unterstützer:Innen an der Friedrich-Schiller-Universität Jena! Das Projekt lebt von der Zusammenarbeit mit dem Studentischen Gesundheitsmanagement, dem Dezernat 1 - Studierende, der Zentralen Studienberatung und dem Diversitätsbüro.