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Foto: CHAMP LabDas Child and Adolescent Mental Health and Participation (CHAMP) Lab ist die Forschungsabteilung der klinischen Psychologie des Kindes- und Jugendalters der Uni Jena. In unserer Forschung konzentrieren wir uns auf den Beginn psychischer Störungen – das Kindes- und Jugendalter – sowie die erste Kernfrage, unter welchen Bedingungen sich subklinische Symptome zu psychischen Störungen entwickeln und welche Faktoren diese aufrechterhalten (Grundlagenforschung). Inhaltlich liegen unsere Schwerpunkte dabei auf der Erforschung von Angst und Angsterkrankungen sowie von psychologischen Auswirkungen der Klimakrise und anderer globaler Krisen.
Dauer: 2024 - 2028
Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG, FOR 5389)
Status: laufend
Kontakt: Johannes Lehnen & Prof. Dr. Julia Asbrand
Kooperationspartner: Prof. Dr. Ulrike Lüken (HU Berlin) & Dr. Rasmus Bruckner (FU Berlin)
Dieses Projekt ist Teil der Forschungsgruppe "Kontexteinflüsse auf dynamische Lernprozesse in sich verändernden Umgebungen: Grundlegende Mechanismen und klinische Implikationen" (FOR 5389, Spokesperson Prof. Dr. Tania Lincoln, U Hamburg)
Hintergrund: Wenn man dynamisch wandelnden Umweltbedrohungen ausgesetzt ist, ist Lernen der Schlüssel zum Überleben. Viele Umgebungen sind durch Ungewissheit gekennzeichnet aufgrund von (1) unvermeidbarer Ergebnisvariabilität, zum Beispiel wenn der Standort eines angreifenden Raubtiers nur ungefähr vorhergesagt werden kann, und (2) Unsicherheit, die aus systematischen Veränderungen entsteht, zum Beispiel wenn sich der Ort, an dem ein Raubtier auftaucht, systematisch verändert. Eine angemessene Berücksichtigung dieser Arten von Unsicherheit erfordert eine dynamische Glaubensaktualisierung (dynamic belief updating, DynBU), die das Überleben fördert, indem sie ein Gleichgewicht zwischen explorativem und defensivem Verhalten herstellt. Dies gilt insbesondere für interne Modelle von Bedrohungen.
Ziele: Wir bieten eine eingehende verhaltensbezogene und neuronale Analyse des statistischen Lernens, insbesondere von DynBU, in Abhängigkeit vom Angstphänotyps über die gesamte Lebensspanne hinweg. Darüber hinaus untersuchen wir, ob individuelle Unterschiede in DynBU bei Patienten mit Angststörungen (anxiety disorder, AD) mit interventionsbedingten Veränderungen (kognitive Verhaltenstherapie) bei den Bedrohungserwartungen in Verbindung gebracht werden können.
Hypothesen:
Geplante Methoden: Die Teilnehmenden werden relevante klinische Informationen angeben (siehe klinisches Hintergrundwissen). Sie werden außerdem die gängige Konfetti-Kanonen-Aufgabe (Vergleich zwischen allen Projekten) und eine Raubtier-Aufgabe, welche die Kontextsensibilität in Bezug auf Salienz (verglichen mit Projekt 5) untersucht, bearbeiten. Schließlich wird eine Erwachsenen-Teilgruppe die Raubtier-Aufgabe im MRT-Scanner absolvieren, was wichtige Einblicke in die neuronalen Systeme des statistischen Lernens unter erhöhter defensiver Reaktivität im Angstphänotyp bieten wird.
Erwartete Ergebnisse: Das aktuelle Projekt wird die Ziele des RU erweitern (hauptsächlich Ziel 2 (Entwicklungs- und Umgebungskontexteinflüsse) und Ziel 3 (klinische Manifestationen von DynBU)). Wir werden den klinischen Fokus des RU erweitern, indem wir den Angstphänotyp von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter einbeziehen. Ein gemeinsames Paradigma ermöglicht Vergleichbarkeit über die Entwicklung hinweg (Projekte 6 & 7) und die Psychopathologie (Projekte 2 & 9). Dies wird die Entwicklung und Erprobung innovativer Behandlungen zur Vorbeugung und Frühintervention von AD im Rahmen einer möglichen zweiten Förderperiode ermöglichen.
Dauer: 2025 - 2027
Förderung: intern
Status: laufend
Kontakt: Marie-Luise Völker & Prof. Dr. Julia Asbrand
Kooperationspartner: N.N.
Wohin lenken sozial ängstliche Kinder und Jugendliche ihre Aufmerksamkeit im Kontakt mit anderen Menschen? Wie ist es um ihre Fähigkeit zur Emotionsregulation bestellt? Zwei Fragen, die bisher überwiegend nur im Labor untersucht wurden. Doch wie sieht dies im realen Leben aus?
In diesem Projekt sollen daher die Attention Biases und die Emotionsregulation von Kindern/Jugendlichen mit sozialer Angststörung untersucht werden, indem Daten aus dem Labor mit Daten aus dem realen Leben verglichen werden. Dazu soll neben standardisierten Fragebögen auch Eye-Tracking zum Einsatz kommen.
Dauer: 2023 - 2026
Förderung: intern
Status: in Vorbereitung
Kontakt: Nora Spirkl & Prof. Dr. Julia Asbrand
Kooperationspartner: Prof. Dr. Veronika Engert (UKJ), Prof. Dr. Edwin Lim (UKJ)
Die Klimakrise hat negative Auswirkungen auf die natürliche Welt sowie auf die physische und mentale Gesundheit vieler Menschen. Diese Auswirkungen können auf direkte und indirekte Folgen wie extreme Wetterereignisse, Luftverschmutzung, Nahrungsmittelknappheit, Flucht und Krieg zurückzuführen sein. Darüber hinaus sind sich viele Menschen, die (noch) nicht direkt betroffen sind, zunehmend der existenziellen Bedrohung bewusst, die von der Klimakrise ausgeht, was oft zu Belastungen neben einer komplexen Reihe negativer Emotionen führt.
Eine Vielzahl von Studien zeigt den negativen Einfluss von chronischem Stress auf die psychische Gesundheit. Bisher hat sich die Forschung jedoch hauptsächlich auf die Auswirkungen individueller Stressoren konzentriert, während die Auswirkungen von gesellschaftlichen Krisen als Stressoren weitgehend unerforscht blieben. Es gibt jedoch einige Forschungsergebnisse, die auf negative Auswirkungen gesellschaftlicher Krisen wie der Klimakrise auf die psychische Gesundheit von Jugendlichen hinweisen, jenseits der Auswirkungen einzelner Stressoren. Daher ist es wichtig zu untersuchen, wie junge Menschen mit ihren Klimaemotionen umgehen und diese regulieren können, um einen negativen Einfluss auf die psychische Gesundheit zu verhindern.
Das Forschungsprojekt LUKA - Leben und Umgang mit Klimasorgen und Alltagsstress zielt darauf ab, zu untersuchen, wie junge Menschen mit der Klimakrise im Vergleich zu anderen Stressoeren umgehen und ob psychisch belastete Jugendliche anders reagieren als Jugendliche mit geringer psychischer Belastung.
Dauer: 2023 - 2026
Förderung: intern
Status: fortlaufend
Kontakt: Nora Spirkl & Prof. Dr. Julia Asbrand
Kooperationspartner: N.N.
Klimawandel, Pandemien, Kriege - wir leben in Zeiten mehrerer und gleichzeitig auftretender globaler Krisen. Dies kann bei vielen Menschen negative Emotionen und seelische Belastungen verursachen. Eine vulnerable Gruppe, die bisher nicht ausreichend beachtet wurde, sind Familien (Kinder, Jugendliche und Eltern). Daher zielt das Forschungsprojekt Krisenpfade - Einflüsse globaler Krisen auf Familien und Kinder darauf ab, zu untersuchen, wie Familien verschiedene globale Krisen emotional verarbeiten. Ein besonderes Augenmerk wird auf jüngere Kinder und ihre Eltern gelegt, da es in dieser Bevölkerungsgruppe einen deutlichen Mangel an Forschung gibt.
Während Eltern ihren Kindern eine wichtige Quelle sozialer Unterstützung sein können, kämpfen viele auch damit, ihre eigenen Emotionen über die Klimakrise und andere globale Krisen zu regulieren. Dies kann ein Hindernis darstellen, um diese Probleme effektiv mit ihren Kindern anzugehen. Daher ist dringend Forschung zu den Auswirkungen elterlicher Unterstützung und moderierenden Faktoren erforderlich, um Werkzeuge zur Unterstützung von Eltern in dieser Hinsicht zu entwickeln.
Zur Untersuchung dieser Fragestellung wurde eine Online-Umfrage durchgeführt. Basierend auf deren Ergebnissen ist aktuell eine Laborstudie mit Eltern-Kind-Dyaden in Vorbereitung.
Dauer: 2024 - 2025
Förderung: intern
Status: fortlaufend (Teilnahme möglich unter https://www.soscisurvey.de/KLIMA_Kinder/Externer Link)
Kontakt: Prof. Dr. Julia Asbrand & Nora Spirkl
Kooperationspartner: Dr. Michael Eichinger & Dr. Felix Peter
Die kinder- und jugendmedizinische Versorgung ist in der Regel die Erstanlaufstelle nicht nur für somatische Probleme, sondern auch für psychische Belastung bei Kindern und Jugendlichen, die u.a. duch globale Krisen ausgelöst werden kann. Wie die erstversorgenden Stellen mit dieser Belastung umgehen, ist (mit-)entscheidend dafür, wie junge Menschen solche Krisen (COVID-19 Pandemie, Klimakrise, Kriege etc.) erleben und welche Hilfsangebote sie erhalten. Der Umgang mit psychischen Belastungen aufgrund von globalen Krisen bei Kindern und Jugendlichen in der Erstversorgung ist bislang kaum erforscht.
Unsere Studie möchte die bislang bestehende Lücke aufgreifen und untersuchen, welche Sorgen zu verschiedenen globalen Krisen (z.B. COVID-19 Pandemie, Klimakrise, Krieg etc.) von Kindern und Jugendlichen in der Praxis berichtet werden, welche Auswirkungen die Berichterstattung über diese haben könnte und ob Kinder- und Jugendmediziner:innen sowie weitere in diesem Bereich tätige Personen diese explizit adressieren. Zudem erfassen wir die eigene Belastung von Kinder- und Jugendmediziner:innnen zu sozial-ökologischen Krisen sowie in Bezug auf die Klimakrise ihre Risikowahrnehmung und ihr Kompetenzerleben im Umgang mit psychisch belasteten Kindern und Jugendlichen. Wir greifen auf, wie bewusst Kinder- und Jugendmediziner:innen in ihrem beruflichen Alltag sozial-ökologische Krisen erleben, um einschätzen zu können, ob diese Faktoren mit dem Adressieren der Krisen in der Praxis zusammenhängen. Diese Fragestellungen werden im Rahmen einer Online-Umfrage unter kinder- und jugendmedizinisch tätigen Personen untersucht.
Daraus sollen sich langfristig konkrete Informations- und Unterstützungsangebote für Kinder- und Jugendmediziner:innen ableiten lassen, um deren Kompetenz weiterzuentwickeln und Kinder, Jugendliche und Familien besser zu unterstützen.
Eine zweite Kernfrage betrifft die Erforschung von Wirkmechanismen der Psychotherapie (Interventionsforschung), um die langfristige Entwicklung einzelner Patient*innen positiv zu beeinflussen sowie die Behandlung zu verbessern. Unser Forschungsansatz ist experimentell, multimodal und multimethodal ausgerichtet, um alle Ebenen biopsychosozialer Ätiologiemodelle zu beschreiben. Methodisch arbeiten wir sowohl mit peripherphysiologischen Parametern (z.B. Herzrate, Hautleitfähigkeit, Stimme), hormonellen Faktoren (z.B. Cortisol), Selbstbericht sowie behavioralen Daten (z.B. Performanz, Interaktion). Ein weiterer Teilbereich liegt in der ambulanten Feldforschung, um die ökologische Validität von Forschungsergebnissen und somit die Translation in die Anwendung zu fördern. Wir entwickeln stets auch neue Methoden wie z.B. Fragebögen. Zuletzt binden wir in verschiedenen Projekten Kinder, Jugendliche, und Bezugspersonen direkt ein, sodass diese unsere Forschung mitgestalen können. Einige unserer Projekte legen den zentralen Fokus auf die Partizipation.
Dauer: 2023 - 2027
Förderung: intern
Status: in Vorbereitung
Kontakt: Hannah Boltz, Dr. Nele Dippel & Prof. Dr. Julia Asbrand
Kooperationspartner: N.N.
Wartezeiten für eine ambulante Psychotherapie sind oft viel zu lang und können bis zu einem Jahr betragen. Während dieser Zeit erhalten Kinder und Jugendliche oft nicht die Unterstützung, die sie eigentlich benötigen, und es besteht die Gefahr, dass bestehende Symptome sich verschlimmern oder chronisch werden.
Internetbasierte und mobile Interventionen (IMIs) ermöglichen eine sofortige, umfassende, leicht skalierbare und vielseitige Nutzung in psychotherapeutischen Umgebungen. Unter anderem werden sie bereits genutzt, um Wartezeiten im Erwachsenensektor zu überbrücken. Bisher gibt es keine entsprechenden Angebote im Kinder- und Jugendbereich. Aus diesem Grund wird im Rahmen dieses Promotionsprojekts die App I-WAIT (Intervention zur Wartezeitüberbrückung auf einen Individuellen Therapieplatz) entwickelt und auf Machbarkeit in der ambulanten Klinikumgebung getestet.
Dauer: 2025 - 2028
Förderung: BMBF 16SV9395
Status: laufend
Kontakt: Maxi Casper & Prof. Dr. Julia Asbrand
Kooperationspartner:innen: Prof. Dr. Claudia Calvano (Freie Universität Berlin), Prof. Dr.-Ing. Fabian Hemmert (Bergische Universität Wuppertal), Dr. Ing. Wilko Heuten (OFFIS e.V.), Nurogames GmbH Köln, intecsoft GmbH & Co. KG Dresden
Schon bevor globale Krisen wie Pandemie, Krieg und Klimawandel in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt sind, waren depressive Störungen eine der häufigsten psychischen Belastungen im Kindes- und Jugendalter. Globale Krisen erhöhen die Zahl der Kinder, die unter Depressionen leiden. Auch gestresste Eltern sowie die Zunahme von Gewalt in Familien sind psychisch sehr belastend und können daher mit verursachend und auslösend für Depressionen sein. Zugleich stehen zu wenige schnell verfügbare und niedrigschwellige Behandlungsangebote bereit. Es gilt somit, eine Technologie zu entwickeln, die Kinder in psychischen Belastungssituationen als niedrigschwellige und schnell verfügbare Erstintervention nutzen können.
Das Projekt STARK arbeitet mit Forschenden aus der Klinischen Kinder- und Jugendpsychologie, Ingenieurswesen, Gamification und Grafikdesign an einer interaktiven Technologie, die Kinder mit Depressionen im Alter von neun bis zwölf Jahren unterstützt. Das System kombiniert Mixed Reality- und Gamification-Ansätze und unterstützt Nutzende multisensorisch beim Umgang mit Gefühlen. Die Technologie integriert partizipative Arbeit mit (betroffenen) KIndern und Jugendlichen für die Entwicklung der Intervention. Es basiert auf erprobten Verfahren zur Behandlung depressiver Störungen und beinhaltet innovative therapeutische Ansätze: Kinder sollen sich spielerisch aneignen, dass Denken, Fühlen und Handeln eng zusammenhängen. Sie sollen zudem lernen, ihre Gefühle zu erkennen, zu benennen und zu regulieren. Dazu werden sie in virtuellen Welten in verschiedene Situationen versetzt, in denen sie aktivierende oder entspannende Aufgaben erfüllen. Der Transfer der Erkenntnisse in die physische Welt erfolgt mittels augmentierter Spielbausteine. Das Projekt wird evaluiert, Ergebnisse werden in Fachzeitschriften und für die Allgemeinbevölkerung verständlich veröffentlicht.
Mehr Informationen: hier (https://www.interaktive-technologien.de/projekte/stark)
Dauer: 2024 - 2025
Förderung: intern
Status: in Bearbeitung
Kontakt: Hannah Boltz & Prof. Dr. Julia Asbrand
In den letzten Jahren hat sich die Nutzung digitaler Interventionen zur Unterstützung der mentalen Gesundheit rasant verbreitet. Diese digitalen Angebote, wie Apps, Online-Therapien oder virtuelle Unterstützungssysteme, bieten Menschen mit psychischen Belastungen eine zugängliche und oft kostengünstige Möglichkeit, ihre psychische Gesundheit zu verbessern. Besonders in Zeiten der COVID-19-Pandemie, die den Zugang zu traditionellen, persönlichen Gesundheitsdiensten erschwert hat, sind digitale Interventionen zu einer bedeutenden Ergänzung der psychischen Gesundheitsversorgung geworden.
Unser Ziel ist es, mithilfe der systematischen Zusammenfassung und Bewertung von Forschungsergebnissen die Implementierung, Verwendung und Wirksamkeit digitaler Interventionen im Hinblick auf die Mentale Gesundheitskompetenz zu erfassen. Wie wird diese adressiert und welche Komponenten werden besonders angesprochen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die hier vorgestellte Metaanalyse.
Dauer: 2024 - 2026
Förderung: Akademie für Lehrentwicklung (ALe) der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Status: fortlaufend
Kontakt: Prof. Dr. Julia Asbrand & Lilly Stemmann
Kooperationspartner: Prof. Dr. Hanna Drimalla (U Bielefeld)
Als 2019 das Psychotherapie-Gesetz (PsychThG) reformiert wurde, kam es zu fundamentalen Änderungen im Ablauf des Psychologiestudiums. Im ehemaligen System absolvierten die Studierenden einen ausschließlich wissenschaftlichen Master. Der neue Master-Studiengang Klinische Psychologie und Psychotherapie (KliPPT) hingegen integriert als erster nicht-medizinischer Approbationsstudiengang große Praxisanteile in einem primär wissenschaftlichem Studium. Zu diesen Praxisanteilen gehört das Seminar Berufsqualifizierende Tätigkeit II (BQT II), in welchem die Studierenden erste praktische psychotherapeutische Inhalte erproben. Um innerhalb des Seminars weitere Lernsituationen außerhalb des Übens mit Kommiliton*innen zu schaffen, wurden im Rahmen des Vis-a-Vis Projektes Videobasierte InteraktionsSequenzen (VIS) gefilmt und in das Seminar integriert. Die Studierenden werden in den VIS mit unterschiedlichen psychotherapeutischen Situationen konfrontiert und haben die Möglichkeit gezielt den Umgang mit diesen Situationen zu üben. Während der Arbeit mit den VIS werden verbale und non-verbale Interaktionsmarker aufgezeichnet. Zusätzlich wird zu drei Messzeitpunkten die subjektive Kompetenzerhöhung erhoben. Das Ziel der Studie ist die Evaluation der videobasierten Interaktionssequenzen als Lernmethode zur Steigerung psychotherapeutische Fähigkeiten.
Dauer: 2023 - 2025
Förderung: intern
Status: fortlaufend
Kontakt: Nora Spirkl & Prof. Dr. Julia Asbrand
Kooperationspartner: Dr. Felix Peter
Es gibt eine Vielzahl von Hinweisen darauf, dass die Klimakrise bei jungen Menschen eine breite Palette von Emotionen hervorruft. Beim Umgang mit diesen Emotionen setzen sie verschiedene Arten von Emotionsregulation und Coping-Strategien ein. Allerdings stehen Forschungen in diesem Bereich noch immer vor Schwierigkeiten hinsichtlich der Erhebung: Psychometrisch fundierte Fragebögen zur Untersuchung sowohl von Klimaemotionen als auch von anschließenden Emotionsregulations- und Coping-Strategien in dieser Altersgruppe fehlen derzeit. Darüber hinaus werden bestehende Fragebögen oft für die Merkmalsforschung entwickelt; unser Fokus liegt jedoch auf der Zustandsforschung, die den Einsatz unterschiedlicher Strategien in einer konkreten Situation zeigen kann. Das Ziel dieses Projekts ist daher die Entwicklung psychometrisch fundierter Fragebögen für ein breites Altersspektrum junger Menschen, die in zustandsbezogener experimenteller Forschung eingesetzt werden können.
Dauer: 2025 - 2028
Förderung: Förderlinie VISIONS des Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit (DZPG)
Status: fortlaufend
Kontakt: Maxi Casper, Lilly Stemmann & Florian Wallau
Supervision: Prof. Dr. Julia Asbrand
Kooperationspartner: DZPG-Standorte Berlin-Potsdam, Bochum-Marburg und Halle-Jena-Magdeburg; Deutsches Zentrum für Kinder- und Jugendgesundheit (DZKJ) sowie weitere Praxis- und Beteiligungspartner:innen
Kinder und Jugendliche sind Expert:innen ihrer eigenen Lebenswelten – in Schule, Familie, Freizeit und darüber hinaus. Dennoch werden ihre Perspektiven in der Forschung zu mentaler und psychischer Gesundheit bislang häufig nur indirekt berücksichtigt. Das Projekt KOMMIT-Kids setzt genau hier an: Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 17 Jahren sollen aktiv mitbestimmen, welche Fragen die Forschung in Zukunft beantworten sollte, um ihr Wohlbefinden zu stärken.
Im Mittelpunkt von KOMMIT-Kids steht die Entwicklung von partizipativen Forschungsfragen, die sichtbar machen sollen, welche Themen bezüglich mentaler Gesundheit von Kindern und Jugendlichen selbst in ihrem Alltag und ihrer Zukunft als besonders relevant erlebt werden. Mithilfe der Dialogplattform KOMMIT-Kids und Social Media sollen diese Forschungsfragen online gesammelt werden. Offline sind Formate wie Workshops geplant. Gleichzeitig soll das Projekt zu so vielen Schritten wie möglich partizipativ erfolgen, und sich Meinungen und Feedback von Kindern und Jugendlichen z.B. über Kinder- und Jugendräte eingeholt werden.
Die eingebrachten Fragen und Themen werden quantitativ und qualitativ ausgewertet und gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen priorisiert. Am Ende soll eine Auswahl zentraler Forschungsfragen entstehen, die zeigen, welche Anliegen Kinder und Jugendliche im Bereich mentaler Gesundheit wirklich bewegen. Außerdem sollen die Forschungsfragen zukünftigen Forschungsprojekten als Orientierung dienen.